Hund weg – wie finde ich ihn wieder?

Was tun, wenn der Hund entlaufen ist?

Ein entlaufener, unauffindbarer Hund bedeutet großen Kummer für seine Besitzer. Wir zeigen, wie man das Abhandenkommen seines Vierbeiners verhindern und ihn im Falle eines Falles schnell wieder finden kann.   

Jeder Hundeführer kennt diesen typischen Gefühlsverlauf, wenn der hochgeschätzte Herr Hund sich erlaubt oder unerlaubt entfernt hat und sich dann lange, allzu lange Zeit nicht wieder blicken lässt. Sei es, weil man ihn als Stöberhund einsetzt, zu einer Hetze anlässlich einer Nachsuche geschnallt hat oder weil der Gartenzaun doch nicht so unüberwindlich ist, wie man dachte und im Nachbardorf eine Hündin läufig ist. Zuerst ist man noch ganz entspannt: Wird schon wiederkommen. Ist ja nicht das erste Mal, dass der Schlingel länger wegbleibt. Dann fängt man an, sich Sorgen zu machen. Gleichzeitig wird man sauer, weil man hier rumstehen oder rumsitzen muss, während Wauzi sich rumtreibt. Na warte, komm du mir nach Hause… Irgendwann überlagert die Besorgnis die Verärgerung und man ist einfach nur heilfroh, wenn man seinen Vierbeiner wieder hat.

Großer Ratgeber - Hund entlaufen, was tun?

Bleibt der Hund über Nacht oder gar mehrere Tage verschwunden, so machen die betroffenen Hundeführer eine sehr schwere Zeit durch. Einfach entspannt abzuwarten, bis der Vierläufer seinen privaten kleinen Jagdausflug beendet hat oder fünf Dörfer weiter aufgegriffen wurde, wie es die alten Rüdemänner noch empfohlen haben, ist heute nicht mehr üblich und auch nicht zu empfehlen. Zum einen, weil sich der Stellenwert eines Hundes verändert hat und für viele Menschen eher Freund und Familienmitglied als Gebrauchsgegenstand ist. Zum anderen, weil Deutschland heute beinahe flächendeckend durch Straßen und Schienen zerschnitten ist, so dass ein Streuner erheblich gefährdet ist und zudem auch empfindliche Haftungsrisiken drohen. Auch die Wiederbesiedlung weiter Landesteile durch Wölfe sorgt für ein mulmiges Gefühl, wenn ein Hund längere Zeit außer Haus bleibt.

Die einfachste und effektivste Maßnahme

Zum Glück lässt sich feststellen, dass mit der Gefährdung der Hunde heute auch die Chancen gewachsen sind, abgängige Vierbeiner wieder zu finden. Eine der einfachsten, effektivsten und zugleich billigsten Maßnahmen, die erfahrungsgemäß mit hoher Zuverlässigkeit dafür sorgt, dass man seinen Hund zurückbekommt, gibt es aber schon lange: Es ist dies die gut lesbar auf die Halsung geschriebene Telefonnummer des Hundehalters. Am besten sind für diesen Zweck stabile Halsungen aus Polyester mit Polyurethan-Mantel oder Biothane-Halsungen in Signalorange geeignet. Ist zu befürchten, dass ein Hund sich zum Beispiel beim Stöbern mit der sehr stabilen Halsung im Gestrüpp festhängen könnte, so bieten sich elastische Halsungen an, die ebenfalls beschriftet werden können, die der Hund notfalls aber abstreifen kann. Zum Beschriften muss ein wasserfester Stift verwendet werden, meist an der Aufschrift „permanent“ erkennbar. Und natürlich sollte eine Telefonnummer angegeben werden, unter der der Hundeführer auch tatsächlich jederzeit zuverlässig zu erreichen ist, in der Regel also die (private) Handynummer. Trägt der Hund statt oder zusätzlich zu einer Halsung eine Signal- oder Schutzweste, so ist auch diese gut sichtbar mit der Telefonnummer zu beschriften. Viele Leute trauen sich nicht, einen fremden Hund anzufassen, deshalb ist darauf zu achten, dass die Telefonnummer möglichst aus einer gewissen Entfernung vollständig ablesbar ist.

Es sollte überdies selbstverständlich sein, als Hundebesitzer dafür zu sorgen, dass ein Hund nicht ungewollt vom Grundstück entkommen kann. Die Erfahrung zeigt aber, dass es immer wieder die einschlägig bekannten Ausbrecher sind, die jede Lücke im Zaun, jede nicht abgeschlossene Tür sofort ausnutzen und dann erst einmal ausgiebig umherstromern. Dergleichen sollte unterbunden werden – im Interesse des Hundes wie der Besitzer.

Tätowierung und Chip

Viele Hundezuchtverbände schreiben Tätowierungen (in der Regel im rechten Behang) von Welpen immer noch vor. Es gibt jedoch gewisse Bestrebungen von Seiten des Tierschutzes, diese Form der Kennzeichnung zu verbieten. Die Tätowierung wird auch immer mehr verdrängt durch Chips, die unter die Haut injiziert werden und mit Hilfe von Lesegeräten ausgelesen werden können. Das Tätowieren hat so viele Nachteile wie der Chip Vorteile hat, der deshalb die Kennzeichnung der Wahl darstellt: Die Tätowierung ist für die Hunde schmerzhaft, sie müssen für die Prozedur betäubt werden. Schon eine frische Tätowierung ist insbesondere bei dunkel pigmentierten Hunden schlecht zu erkennen. Im Lauf der Jahre verblasst sie oft bis zu völliger Unleserlichkeit. Einen Hund über die Tätowierung zu identifizieren setzt voraus, dass er korrekt seiner Rasse zugeordnet wird, denn nur dann kann beim zuständigen Zuchtverband eine entsprechende Anfrage gestellt werden. Gerade bei selteneren Jagdhunderassen ist nicht davon auszugehen, dass die Rasse richtig erkannt wird.

Das Setzen eines Chips ist im Vergleich zur Tätowierung gegenüber schnell und schmerzlos, in der Regel kann der Chip das ganze Hundeleben lang ausgelesen werden. Den Chip setzt der Tierarzt, das kostet inklusive Chip zirka 25 Euro. Seit 2012 ist es in der EU und vielen anderen Ländern übrigens ohnehin vorgeschrieben, dass Hunde auf Reisen gechipt sind. Die Chips gelten zwar als fälschungs- und manipulationssicher, aber natürlich kann ein einmal gesetzter Chip auch ohne großen Aufwand entfernt werden. Einen wirklich sicheren Schutz gegen Diebstahl wertvoller Rasse- und Jagdgebrauchshunde stellt ein Chip insofern nicht dar. Außerdem benötigt man ein Lesegerät, um den von außen fühl- aber nicht sichtbaren Chip auszulesen. Tierärzte, Tierheime und oft auch Polizei und Feuerwehr haben Zugriff auf Lesegeräte und können einen aufgefundenen Hund so zweifelsfrei identifizieren.

Haustierregister: Tasso & Co.

Mit dem Auslesen des Chips ist es aber nicht getan: Um über den auf dem Chip gespeicherten Zahlencode den Hundebesitzer ausfindig zu machen, muss dieser sich und seinen Hund zuvor bei einem Haustierregister registriert haben. Meldet zum Beispiel ein Tierheim die Chipnummer eines Fundhundes an das Haustierregister, so kann dieses den unter der Nummer hinterlegten Hundebesitzer ermitteln und Kontakt zu ihm aufnehmen. Die Registrierung ist freiwillig, jedem Hundebesitzer ist diese wirklich dringend zu empfehlen. Bei Umzügen oder wenn sich die Telefonnummer oder andere Kontaktdaten ändern, müssen die hinterlegten Angaben aktualisiert werden. Wichtig ist hierbei, dass Sie die Chip-Nummer niemals öffentlich machen sonst bestünde die Gefahr, dass ein Fremder Ihren Hund mit der Nummer auf sich registrieren lässt. Deswegen ist es auch von großer Wichtigkeit den Hund bei Verlust sofort als vermisst zu melden, sodass dem entgegengewirkt werden kann.

Es gibt verschiedene Anbieter für die Registrierung von Haustieren: Am bekanntesten und verbreitetsten ist das Haustierregister Tasso. welches sich jedoch durch jagdfeindliche Aktivitäten bei Jägern in Misskredit gebracht hat (hier nachzulesen).

Zwar hat Tasso erklärt, auch Jägern „ideologiefrei“ helfen zu wollen, aber es ist bestimmt kein Fehler, seinen Jagdhund auch bei konkurrierenden Anbietern wie dem vom Deutschen Tierschutzbund betriebenen Findefix oder dem von Jägern initiierten registrier-mich.de anzumelden. Auf eine Registrierung bei Tasso sollte wegen des großen Bekanntheitsgrads dieses Anbieters dennoch auf keinen Fall verzichtet werden.

Facebook und Hunde-Such-Apps

Exklusiv für Facebook-Nutzer haben der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Jagdgebrauchshundeverband (JGHV) die Facebook-Seite Jagdhund vermisst bei dem sozialen Netzwerk eingerichtet, die beim Wiederauffinden verloren gegangener Jagdhunde helfen soll. Da bekanntlich bei weitem nicht alle Jäger und Hundeführer sozial vernetzt sind, bleibt abzuwarten, wie sich das bei Erscheinen dieses Blogbeitrags noch sehr junge Projekt bewährt und durchsetzt.

Bei Facebook sind diverse Gruppen sowohl auf regionaler Ebene, als auch bundesweit aktiv, die sich der Hilfe beim Auffinden entlaufener Haustiere verschrieben haben. Man findet diese Gruppen entweder über die Suchfunktion von Facebook oder eine entsprechende Google-Suche. Die Google-Suche mit den Stichworten „Hund vermisst Franken Facebook“ führt einen zum Beispiel zur Hundesuchhilfe Franken und zur Facebook-Gruppe Vermisste Hunde in Bayern.

Auch die Gruppe „Vermisste Jagdhunde“ ist aktiv und zur Suche unbedingt empfohlen.

Es ist unbedingt sinnvoll, die vor Ort aktiven Gruppen um Mithilfe beim Finden eines entlaufenen Hundes zu bitten. Wie man ein entsprechendes „Fahndungsplakat“ mit den wichtigsten Hinweisen erstellt, steht weiter unten.

Darüber hinaus gibt es Apps, die beim Wiederfinden entlaufener Haustiere helfen sollen, wobei teilweise moderne Gesichtserkennungs-Algorithmen für die Tiere eingesetzt werden. Klingt noch ein bisschen nach Zukunftsmusik und dürfte bislang eher in städtischen Gebieten funktionieren, ist aber ein viel versprechender Ansatz.

Hundeortungsgeräte – eigentlich unentbehrlich

Moderne, hochwertige Hundeortungsgeräte ermöglichen die Echtzeit-Ortung von Jagdhunden im Einsatz. Viele Hundeführer, gerade von Stöber- und Schweißhunden, halten sie daher mittlerweile für unverzichtbar.

Hundeortungsgerät unabdingbar für die Hundesuche

Man weiß nicht nur, wo sich der Hund gerade befindet und kann ihn bei Bedarf wieder einsammeln, wenn er zum Beispiel nach Beenden des Treibens nicht wieder an Stand oder Streckenplatz aufgetaucht ist oder von einem Mitjäger mitgebracht wurde. Man hat auch mitunter die Möglichkeit, einzugreifen, wenn man sieht, dass Hunde auf die Straße zulaufen. Bei Hundeortungsgeräten gibt es große Unterschiede im Preis, aber auch in der Leistungsfähigkeit. Entscheidende Kriterien sind neben der Zuverlässigkeit, vor allem die Reichweite und die Qualität des zur Verfügung stehenden Kartenmaterials. Bevor man sich für ein System entscheidet, sollte man sich daher gründlich beraten lassen und auch andere Hundeführer nach ihren Erfahrungen befragen. Für Bauhunde sind spezielle Ortungsgeräte erhältlich, die eine Ortung des eingeschlieften Hundes ermöglichen.

Entlaufen ohne alles – was nun?

Es wird sich nicht immer vermeiden lassen, dass ein Jagdhund ohne Halsung, Signalweste oder Ortungsgerät abhanden kommt: Sei es, weil man ihn für eine Hetze geschnallt oder bei der Wasserarbeit eingesetzt hat, wo eine Halsung einen Risikofaktor darstellt, sei es, weil er vom Grundstück entkommen ist – wobei zu fragen ist, ob Hunde in Hof und Garten nicht sicherheitshalber eine mit ihrer Telefonnummer versehene Halsung tragen sollten.

Kehrt der Hund bei einem Jagdeinsatz nach angemessener Frist nicht zurück, so ist auf jeden Fall an der Stelle, wo Herr und Hund zum letzten Mal gemeinsam waren, also zum Beispiel am Hochsitz oder am Ausgangspunkt der Hetze, eine alte Jacke oder Decke zu hinterlassen. Viele Hunde finden noch nach langer Zeit auf ihrem Rückwechsel zu ihrem Führer zurück. Natürlich ist dieser Ort dann regelmäßig zu kontrollieren.

Hund entlaufen auf der Jagd

Bleibt der Hund verschwunden, so ist es an der Zeit, eine Fahndung einzuleiten:

  1. Ist der Hund im Rahmen einer Jagd verschwunden, so sollten alle beteiligten Jäger informiert und gebeten werden, möglichst detailliert zu berichten, wo und wann sie den Hund zuletzt gesehen haben.
  2. Fand die Jagd in der Nähe des Wohnorts statt oder ist der Hund von Zuhause entlaufen, so müssen auch die Nachbarn verständigt werden. Sie (er)kennen den Hund in der Regel und können am ehesten verwertbare Hinweise geben, wenn er sich in der Nähe blicken lässt.
  3. Des weiteren sollten Tierärzte und -kliniken, Tierheime und Polizeidienstellen in der Umgebung umgehend kontaktiert und mit möglichst genauen Angaben zum Hund versorgt werden.
  4. Erstellen Sie eine Liste aller Praxen, Dienstellen, Einrichtungen, Whatsappgruppen und Internetseiten, die wegen des Hundes alarmiert wurden. Mit Hilfe dieser Liste können Sie Suchanfragen falls erforderlich wiederholen – oder Entwarnung geben, wenn sich der Hund wieder eingefunden hat.
  5. „Fahndungsplakate“ erstellen und in der Umgebung des Fundorts aufhängen oder auslegen – mehr dazu unten.
  6. Da in Tierarztpraxen wie auch Polizeidienststellen meist in mehreren Schichten gearbeitet wird und der Informationsaustausch zwischen diesen nicht immer funktioniert, kann es durchaus sinnvoll sein, eine Anfrage nach einer gewissen Frist zu wiederholen, oder es auf anderem Wege – telefonisch, wenn man es zuvor per Mail versucht hat oder umgekehrt – nochmal zu probieren.

Wir haben alle wichtigen Punkte in einer praktischen Checkliste zusammengefasst, laden Sie sich diese als PDF herunter oder drucken sie die Liste aus. In einer solchen emotionalen Situation vergisst man schnell den ein oder anderen wichtigen Schritt. Mit einem Klick auf das Bild öffnet sich die Checkliste Hund weg – was tun:

Hund weg - was tun? Praktische Checkliste zum Ausdrucken, wenn ihr Vierbeiner verschwunden ist.

Beizeiten Fahndungsfotos erstellen

Wenn Fahndungsplakate eines entlaufenen Hundes gebraucht werden, stellt sich bei dieser Gelegenheit oft heraus, dass es keine aktuellen, aussagekräftigen Bilder von dem Hund gibt. Es ist daher sehr zu empfehlen, beizeiten „Fahndungsfotos“ von seinem Hund beziehungsweise seinen Hunden anzufertigen. Bei diesen Bildern geht es weniger um Schönheit, sondern um charakteristische Merkmale wie Fellzeichnungen, Tätowierungen, alte Narben oder Verletzungen, Gesichtsausdruck und sonstige Eigenheiten und Kennzeichen. Mit Hilfe dieser Bilder erstellt man ein Fahndungsplakat mit den wichtigsten Angaben:

  1.  Wann und wo ist der Hund entlaufen – möglichst genaue Angaben zu Ort, Datum, Uhrzeit
  2.  Rufname des Hundes
  3.  Telefonnummer(n) des / der Besitzer, eventuell zusätzliche Möglichkeiten der Kontaktaufnahme wie E-Mail oder Facebook
  4.  Eventuell Hinweise auf besondere Eigenarten (scheu, zutraulich, Angstbeißer etc.)
  5.  Gegebenenfalls Hinweis auf Erkrankungen des Hundes und notwendige Medikamente oder (Futtermittel-)Allergien
  6.  Eventuell Belohnung aussetzen

Nutzen Sie hierfür gerne unsere fertigen Fahndungsplakate. Sie können die Daten direkt in das PDF eintragen und dann ausdrucken. Mit einem Klick aufs Bild gelangen Sie zum Download.

Sie vernissen Ihren Hund? Ein Fahndungsplakat mit allen wichtigen Infos und Adressen kann helfen ihren Vierbeiner wiederzufinden. Drucken Sie sich jetzt unsere Vorlage aus.Ihr Jagdhund ist vermisst? Der erste Schritt ist die Erstellung eines Fahnungsplakates mit allen wichtigen Informationen und Kontaktdaten - wir haben eine Vorlage für Sie erstellt

Ob es in jedem Fall sinnvoll ist, eine Belohnung auszusetzen und in welcher Höhe, muss jeder Hundehalter für sich selbst entscheiden. Auch wenn keine Belohnung in Aussicht gestellt wurde, wird ein erleichterter Hundebesitzer sich dem Finder gegenüber erkenntlich zeigen wollen – ob das durch ein herzliches Dankeschön, Geld oder eine Rehkeule erfolgt, ist von der Situation abhängig.

Dieses Fahndungsplakat verteilt man dann: Zunächst in der näheren Umgebung, an Laternenmasten und Bäumen um den Wohnort und / oder den Ort, wo der Hund abhanden gekommen ist. Tankstellen, Supermärkte, Postfilialien, Gasthäuser und Cafés – alle Orte, die von vielen Menschen besucht werden, bieten sich ebenfalls an.

Natürlich ist es durchaus sinnvoll, den Fahndungsaufruf per Whatsapp oder Facebook – etwa in Jäger-, Nachbarschafts- oder den bereits erwähnten Hundesuch-Gruppen – zu verbreiten. Auch Lokalzeitungen oder Internetportale können Hilfe leisten, allerdings nicht immer umsonst. Hat man das alles getan, bleibt nur noch eines zu tun, was in dieser Situation besonders schwer ist: Warten.

Was mache ich mit einem zugelaufenen Hund?

Wer einen offensichtlich herrenlosen Hund findet (oder umgekehrt: Oftmals laufen verloren gegangene Hunde gezielt Menschen zu) sollte möglichst versuchen, den Hund provisorisch anzuleinen, zum Beispiel mit einem Gürtel, oder ihn auf andere Weise einzufangen. Das gilt, wie gesagt, nur für offensichtlich herrenlose – und natürlich nur für friedliche, nicht aggressive oder extrem ängstliche – Hunde. Hier sollte man auf keinen Fall ein Risiko eingehen, wenn man den Hund nicht sicher als harmlos einstufen kann. Besteht da auch nur der geringste Zweifel, so versuchen Sie, ein Foto von dem Hund zu erstellen und benachrichtigen Sie die Polizei.

Wer Jagdhunde im Jagdeinsatz oder im Hundeauslaufgebiet „wegfängt“, macht sich keine Freunde. Wenn aber von etwaigen Besitzern weit und breit nichts zu sehen oder zu hören ist und insbesondere wenn der Hund schon Anzeichen von schlechter Ernährung oder lange ausgebliebener Pflege zeigt, dann ist es Zeit zu handeln:

  1. Hund möglichst einfangen.
  2. Kontrollieren, ob eine Telefonnummer oder Adresse am Hund angebracht ist. Falls ja, Besitzer kontaktieren.
  3. Kontrollieren Sie den Hund auf Verletzungen oder sichtbare Anzeichen von Krankheiten. Ist der Hund verletzt oder krank, so ist es unbedingt empfehlenswert, ihn umgehend in einem Tierheim möglichst nah am Fundort abzuliefern. Bringen Sie ihn selbst zum Tierarzt, so laufen Sie Gefahr, auf den Tierarztkosten sitzen zu bleiben. Die Adresse des nächstgelegenen Tierheims erfahren Sie von der Polizei.
  4. Bieten Sie ihm etwas zu trinken an, bei längeren Fahrten oder Aufenthalten möglichst auch etwas zu fressen.
  5. Grundsätzlich ist es keine gute Idee, einen zugelaufenen Hund bei sich vorübergehend aufzunehmen, es sei denn, man kennt den Hund und kann den Besitzer verständigen. Andernfalls wird sein Besitzer ihn weit eher in den Tierheimen suchen, als bei Ihnen zuhause.
  6. Auch wenn Sie den Hund im Tierheim abgeliefert haben oder dies tun werden, können Sie noch mehr tun:
  7. Fotografieren Sie den Hund
  8. Erstellen Sie ein Fahndungsplakat mit den oben angegebenen Informationen (neben dem Bild also Angaben darüber, wann und wo er zugelaufen ist, wie man zu Ihnen Kontakt aufnehmen kann oder wo er abgegeben wurde) und hängen sie es in der Umgebung des Fundorts auf.
  9. Informieren Sie auf jeden Fall alle umliegenden Tierheime, Tierarztpraxen und Polizeidienststellen.
  10. Teilen Sie den Fund des Hundes in den sozialen Netzwerken (wie oben beschrieben).

Er ist wieder da!

Wenn der Vierbeiner sich wieder einfindet, ist die Freude erst einmal groß. Trotzdem sollte man nach der Rückkehr einige Punkte beachten:

Den Heimkehrer sofort mit Wasser versorgen

  1. Auch wenn der Hund nur zwei, drei Stunden abgängig war, sollte er gründlich auf etwaige Verletzungen kontrolliert werden. Gerade Jagdhunde haben sich vielleicht irgendwo mit einem Wildschwein auseinander gesetzt oder sind geforkelt worden.
  2. Insbesondere im Winter oder bei großer Hitze sollte man dem Heimkehrer unbedingt Wasser anbieten.
  3. Bei längeren Abwesenheiten kann eine Wurmkur angebracht sein, eventuell auch ein Mittelchen gegen Flöhe und andere ungebetene Mitbewohner.
  4. Es ist ein Gebot der Fairness, alle Leute, Arztpraxen, Dienststellen und soziale Netzwerke, die man alarmiert hat, als der Hund abhanden gekommen ist, jetzt auch umgehend zu informieren, wenn er wieder da ist. Nutzen Sie dazu die zuvor erstellte Liste. Auch die in der Nachbarschaft aufgehängten Fahndungsaufrufe sollten wieder eingesammelt werden.

Mit der Checkliste Hund zurück – er ist wieder da vergessen Sie keinen wichtigen Punkt.

Ihr Jagdhund war verschwunden und nun ist er wieder heimgekehrt? Drucken Sie sich jetzt unsere Checkliste aus, dann wissen sie immer was in einem solchen Fall zu tun ist. Inkl. Platz für wichtige Notizen.

Vorsorge besser als Nachsorge

Wie man sieht, gibt es eine Menge Dinge, die man tun kann, bevor der Hund abgehauen ist, um entweder sein Entkommen zu verhindern oder ihn im Fall seines Verschwindens leichter, schneller und sicherer wieder zu finden. Das ist allemal besser – und oft übrigens auch billiger – als Sorgen, Kummer, Stress und Unannehmlichkeiten, die ein entlaufener Hund verursachen kann.

3 Antworten

  1. Sehr lobenswert👍
    Allerdings habt ihr die Facebook Seite, „vermisste Jagdhunde“ von Petra Michel, die sich schon seit langem, mit gefundenen, vermissten Jagdhunden beschäftigt, vergessen.
    Sie entziffert Tattoo‘s die kein Mensch mehr lesen kann… hat Kontakte zu sämtlichen Registern ( Tasso, Findefix ) im In- und Ausland und zu den verschiedensten Zuchtverbänden. Sie ist Tag und Nacht erreichbar. Ihr Spezialgebiet sind Fundhunde, die gechipt oder tätowiert, aber nicht registriert sind.
    Sie ist selbst passionierte Jägerin und sehr firm, was Jagdhundrassen anbelangt.

    Liebe Grüße, Claudia Rötzer

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