Jagdwaffe auf Vordermann bringen

Für Autofahrer ist eine Selbstverständlichkeit. Alle zwei Jahre muss der fahrbare Untersatz von TÜV oder Dekra auf seine Straßentauglichkeit überprüft werden. Dieser Termin ist zwar nicht sonderlich beliebt bei den Autobesitzern, leuchtet aber unterm Strich ein: Es dient der eigenen Sicherheit ebenso wie der Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer. Verschlissene Bremsen, defekte Radaufhängungen, angerostete Leitungen oder vieles andere können schwere Unfälle auslösen. Deshalb macht eine vorsorgliche Kontrolle Sinn. Der mitunter abenteuerliche Zustand ausländischer Fahrzeuge auf unseren Straßen unterstreicht den Wert dieser Kontrollen.

Drückjagdwaffen werden stark belastet durch häufigen Einsatz bei winterlicher Witterung.

Wofür sind die Beschussämter zuständig?

Für Waffen, deren Gefährlichkeit ebenso wie bei Autos unumstritten ist, gibt es eine solche Regelung nicht. Fabrikneue Waffen werden zwar in Beschussämtern überprüft und mit einem stark überhöhten Gasdruck auf ihre Haltbarkeit überprüft. Danach ist jedoch Ruhe für den neuen Waffenbesitzer, sofern er nicht wesentliche Änderungen an seinem Gewehr vornehmen lässt. Das trifft zum Beispiel zu bei Kaliberänderungen, Laufkürzungen oder bei dem nachträglichen Anbringen eines Schalldämpfergewindes. Ansonsten ist der Waffenbesitzer eigenverantwortlich für den ordnungsgemäßen Zustand seiner Gewehre zuständig.

Nach einer langen Saison ist das Schaftholz dankbar für eine Auffrischung.

Inspektion in der jagdruhigen Zeit

Die sogenannte jagdruhige Zeit bis zum Aufgang der Bockjagd ist eine gute Gelegenheit, in Ruhe die eigenen Schussgeräte einer „Jahresinspektion“ zu unterziehen. Wer viel im Einsatz ist, sich zum Beispiel als Hundeführer bei den Drückjagden durch die Büsche schlägt, tut gut daran, seine Büchse einmal im Jahr komplett zu zerlegen und auf eventuelle Schwachstellen zu überprüfen. Mit Sicherheit lässt sich einiger Schmutz aus den versteckten Tiefen der Waffe ins Freie befördern. Neben der Tatsache, dass sich hier Brutstätten für Rost bilden, stellt sich auch die Funktionssicherheit in Frage. Bei einem angreifenden Schwarzkittel kann das schnell ins Auge bzw. in die Waden gehen.

Meuteführer sind besonders auf funktionierendes Handwerkszeug angewiesen.

Gründe für Präzisionsprobleme 

Wer sich intensiv mit seinem stählernen Handwerkszeug beschäftigt, wird mit Sicherheit entdecken, wenn der Verschluss Spiel hat oder der Lauf sich nicht mehr im Vorderschaft bewegen lässt. Gerade bei Holzschäften, die ständig heftigen Witterungseinflüssen ausgesetzt sind, kommt es gar nicht so selten zu einem unerwünschten Kontakt zwischen Lauf und Schaft. Nur ein frei schwingender Büchsenlauf gewährleistet Präzision. Ob genügend Luft zwischen Lauf und Schaft besteht, lässt sich leicht mit einem festen Papier überprüfen. Wenn es sich ohne Behinderung zwischen Lauf und Schaft durchziehen lässt, ist alles gut. Allerdings ergibt das keine hundertprozentige Garantie, denn Holz arbeitet. Unter anderen Witterungsbedingungen kann die Sache schon wieder ganz anders aussehen. Endgültige Abhilfe schafft nur ein Kunststoffschaft.

So testet man, ob der Büchsenlauf frei schwingen kann.

Ab und zu mal in die Werkstatt

Viele Pflegemaßnahmen und Schönheitsreparaturen können mit Hausmitteln durchgeführt werden. Auch ein gründliches Beseitigen von Geschossablagerungen im Lauf, die sich besonders durch bleifreie Geschosse ansammeln, oder eine Auffrischung des Schaftholzes. Trotzdem sollte auch alle paar Jahre der Büchsenmacher einen Blick auf des Jägers Begleiter werfen. Das Einschießen im Frühjahr ist dafür ein guter Zeitpunkt. FRANKONIA zum Beispiel bietet einen Waffen-Check an für 78 €. Dabei lässt sich auch gleich klären, ob sich ein Schalldämpfer-Anbau anbietet, der von der Gesetzeslage unterdessen unproblematisch machbar ist.

Überprüfen der Waffe auf dem Schießstand gibt die notwendige Sicherheit.

Munitionsvorräte überprüfen

Ein Blick in die Munitionskiste lässt sich gut mit dem jagdlichen Frühjahrsputz in der Waffenstube verbinden. Speziell Jäger, die ein ungewöhnliches Kaliber oder seltene Laborierung schießen, tun gut daran, sich rechtzeitig mit Nachschub einzudecken. Wer beschädigte Patronen in seinem Etui entdeckt, sollte diese gleich aussortieren, bevor sie zu Versagern oder anderweitigen Problemen führen. 

Beim Repetieren verklemmt – diese Patrone sollte aussortiert werden.

Zuverlässige Funktion schafft Sicherheit

Jagd ist ein Handwerk. Und wie jeder gute Handwerker sollte sich auch der Jäger um den ordnungsgemäßen Zustand seines Handwerkszeugs kümmern. Nur wenn es zuverlässig funktioniert, lässt sich damit auch erfolgreich arbeiten, sprich jagen. Gleichzeitig übernimmt der Jäger damit auch die erwartete Verantwortung für die notwendige Sicherheit – für sein Umfeld ebenso wie für sich selbst.

Drückjagdwaffen werden stark belastet durch häufigen Einsatz bei winterlicher Witterung.

3 Antworten

  1. Hallo , wenn ich Ihnen einen Auftrag zur Montage eines Schalldämpfer ( Gewinde schneiden _ Kürzung usw ) erteile , werden dann auch die Prüfmerkmale der lBeschussämter z usw um Beispiel Verschlussabstand – Lauf usw durch frankonia vorab überprüft ?

    Danke

    B. Bals

    1. Hallo Herr Bals,
      Ja, vor Beginn der Arbeiten an der Waffe wird immer erst der Verschlussabstand gemessen, um im Vorfeld diesen Fehler auszuschließen. Es kann aber prinzipiell beim Beschuss immer noch passieren, dass eine Waffe durchfällt, weil das Material nachgegeben hat (30% mehr Druck und möglicherweise ermüdetes Material).

      Viele Grüße
      Ihr Frankonia Team

  2. Bitte bei obiger Aufnahme aufpassen: Waffen abkippen und Schloss öffnen.
    Sieht besser aus. Wir haben nicht nur Jagdfreund unter uns.
    Viele Grüße und Waidmannsheil.
    Werner Rieker

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