Mythos Afrika: Tipps zur Jagd in Namibia

Etosha Okaukuejo Wasserloch

von Dieter Schneider, Fachverkäufer in der Frankonia Filiale Neu-Ulm, seit vielen Jahren begeisterter Afrikajäger
(Bilder: E. Fichtner)

Etosha Nationalpark
Baum im Etosha Nationalpark

Die Natur spüren, sprachlos vor der Vielfalt der Schöpfung stehen und ein ganz besonderes Jagderlebnis in einem der schönsten Reviere der Erde erleben. Ein Traum, den viele Waidmänner haben. Als ich vor vielen Jahren meinen ersten Trip nach Afrika machte, stand ich vor einem Berg an Fragen und Unsicherheiten, die mir so manch graues Haar beschert hatten. Inzwischen ist Afrika schon fast meine zweite Heimat geworden. Heute helfe ich gerne Kameraden, die sich schon lange mit dem Thema „Jagd in Afrika“ beschäftigen, aber aufgrund vermeintlicher Hürden sich davor scheuen das Abenteuer zu starten. Ich hoffe dem einen oder anderen Jäger mit diesem Blogbeitrag den Weg zu ebnen, um seinen Lebenstraum wahr zu machen.

Etosha Okaukuejo Wasserloch
Gerne besucht: Etosha Okaukuejo Wasserloch

An- und Einreise

Die Flugdauer von Deutschland (Frankfurt/Main) nach Namibia beträgt ca. 10 Stunden. Air Namibia fliegt jeden Tag Nonstop von Frankfurt nach Windhoek, auch Condor bietet eine Nonstop-Verbindung an. Andere Fluggesellschaften bieten diverse Umsteige-Verbindungen an.

Einreisedokumente

Für eine Aufenthaltsdauer bis zu 90 Tagen benötigen deutsche Staatsbürger lediglich einen mindestens 6 Monate (nach Ausreisedatum) gültigen Reisepass (Personalausweis reicht nicht aus). Kinder brauchen einen eigenen Kinderausweis mit Foto, ein Eintrag im Pass der Eltern ist nicht ausreichend.

Zoll

Alle Güter für den „persönlichen Gebrauch“ sind zollfrei. Erwachsene dürfen einen Liter Spirituosen, zwei Liter Wein, 400 Zigaretten oder 50 Zigarren zollfrei einführen. Genaueste Infos erhalten Sie auf der Internetseite des deutschen Zolls.

Gesundheit

Namibia verfügt über ein sehr gut ausgebautes Gesundheitssystem. Jedoch sollte stets vorsichtig agiert werden, da die zurückzulegenden Strecken bis in ein Krankenhaus in der nächsten Stadt zum Teil erheblich sein können. Namibia ist bis auf wenige Landesteile (nördliche Landesteile im Sommer, Dezember bis Mai) Malaria-frei.

Waterberg
Der Weg zur nächsten Stadt kann weit sein

Da der Versicherungsschutz der gesetzlichen Krankenversicherung Namibia nicht einschließt, ist der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung vor Reisebeginn ratsam. Für die Einreise nach Namibia sind keine Impfungen vorgeschrieben, solange Sie aus Europa einreisen. Allerdings sollte man über den kompletten Schutz der üblichen Basis-Impfungen wie Tetanus, Diphtherie und Polio verfügen. Über Impfungen jeglicher Art berät Sie Ihr Hausarzt oder Ihr Gesundheitsamt ausführlicher.

Klima

Da das Land in der südlichen Hemisphäre liegt, sind die Jahreszeiten in Namibia denen unserer Breiten entgegengesetzt, Dezember und Januar sind dort Sommermonate. Die beste Jagdzeit ist August bis Oktober: die Bäume haben ihr Laub verloren und das Gras ist weitestgehend abgegrast, somit ist eine wesentlich bessere Sicht gewährleistet.

Gnu
Kahle Bäume, kurzes Gras: Von August bis Oktober ist das Wild gut sichtbar

Die Tagestemperaturen betragen bis zu 30 °C und mehr, nachts kühlt es bis auf 0 °C ab. Es weht an vielen Tagen nach Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang ein mehr oder weniger starker und trockener Wind, deshalb ist es ratsam einen Lippenpflegestift mit zu bringen, da sonst innerhalb kurzer Zeit Ihre Lippen einem aufgeplatzten Blumenkohl ähneln.

Sable Antilope
Tagsüber steigen die Temperaturen bis über 30 °C, nachts wird es empfindlich frisch

Geld, Devisen und Telefon

In Namibia gilt der Namibia-Dollar (NAD), der an den Südafrikanischen Rand gekoppelt ist – beide Währungen werden als Zahlungsmittel akzeptiert. Devisen und Reiseschecks können Sie am Internationalen Flughafen oder in allen größeren Banken umtauschen. Die Öffnungszeiten der Banken sind meistens zwischen 9.00 und 15.30 Uhr. Kreditkarten werden in vielen Geschäften akzeptiert.

Ihr Mobiltelefon von Deutschland können Sie in vielen Landesteilen betreiben (sofern ein Funknetz vorhanden ist).

Die Mehrwertsteuer beträgt zurzeit 15%. Ab einem Warenwert von 250 NAD bekommen Sie diese als ausländischer Besucher zurückerstattet. Die Rückzahlung kann bei Ausreise beantragt werden, dazu müssen Sie die Original-Rechnung, ein ausgefülltes Antragsformular, den Reisepass sowie die entsprechenden Waren vorlegen.

Bei Trinkgeldern sind ca. 10% des Rechnungsbetrags üblich, da das Gehalt der Bedienung weitestgehend auf Trinkgeld beruht.

Kleidung

Die Kleidung sollte eher sommerlich gewählt werden, wobei ein warmer Pullover und Jacke nicht vergessen werden darf, da im Juli bis Oktober große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht herrschen. Für die Jagd ist darauf zu achten, dass die Kleidung stabil und reißfest ist, da der Busch und auch die Grasflächen mit vielen verschiedenen Dornen bewehrt sind.

Glanzstar
Diesem Glanzstar bieten die dornenbewehrten Sträucher Schutz

Farblich sollte die Kleidung, wie auch bei uns, khaki und oliv gewählt werden. Wichtig ist das Zwiebelprinzip, denn morgens ist es ziemlich kalt und gegen Mittag wird es sommerlich warm.

Eidechse
Als Jäger ist man mit den Farben Khaki und Oliv am besten beraten

Hut oder Mütze nicht vergessen, da die Sonne sehr stark, für uns ungewohnt intensiv scheint. An dieser Stelle sei auch auf Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor hingewiesen. Die Jagdschuhe sollten sehr gut eingelaufen und knöchelhoch sein, da der Boden sehr steinig sein kann.

Sicherheit

Wie in allen Städten und Ländern dieser Welt ist auch in Namibia bei einem Stadtbummel oder Einkaufstouren Vorsicht angebracht, bei denen Sie sofort als Tourist zu erkennen sind. Deponieren Sie Wertsachen im Hotelsafe, bummeln Sie nicht nach Einbruch der Dunkelheit alleine durch Straßen und über Plätze.

Waffeneinfuhr

Die Waffeneinfuhr in Namibia als Jagdgast ist unkompliziert. Folgende Punkte sind zu beachten:

Melden Sie Ihr Jagdgewehr bei der Flugbuchung in Deutschland bei der Fluggesellschaft an und vergewissern Sie sich, dass diese auch Jagdgewehre transportiert. Zur zeitlich begrenzten Einfuhr Ihrer Jagdwaffe benötigen Sie Ihre Waffenbesitzkarte, Ihr Flugticket und Ihren Reisepass, weiterhin benötigen Sie die Jagdeinladung Ihres Jagdveranstalters oder Jagdfarmers.

Nachdem Sie in Namibia angekommen sind und durch die Passkontrolle am Flughafen gegangen sind, kommen Sie auf dem Weg zum Gepäckband an einem Schalter vorbei über dem gut sichtbar eine Jagdwaffe abgebildet ist. Hier bekommen Sie den Antrag zur zeitlich begrenzten Einfuhr Ihrer Jagdwaffe. An diesem Schalter kommt auch Ihre Jagdwaffe an, nachdem sie aus dem Flugzeug ausgeladen wurde.

Der Beamte füllt das Formular aus und prüft Waffennummer, Kaliber und Dokumente. Danach stellt er Ihnen die Erlaubnis aus, die Jagdwaffe zum Zwecke der Jagd während Ihres Aufenthaltes in Namibia zu führen. Dieses Dokument benötigen Sie bei der Ausreise dringend wieder (also gut darauf aufpassen), denn Sie müssen Ihre Jagdwaffe bei der Rückreise nach Deutschland bei der Polizeistation am Flughafen wieder abmelden.

Bei der Einreise nach Deutschland benötigen Sie manchmal das Zolldokument INF 3. Dieses stellt Ihnen Ihr Zollamt unter Vorlage der Jagdwaffe mit Zielfernrohr und Waffenbesitzkarte aus. Das Dokument INF 3 bestätigt, dass es sich bei der nach Deutschland eingeführten Waffe und Zielfernrohr um Ihr Eigentum handelt, das Sie schon in Deutschland besessen haben.

Seit neuestem müssen sich Privatpersonen, die ihre Jagdwaffe zum Zwecke einer Jagdreise in ein Nicht-EU-Land mitnehmen möchten, beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) registrieren lassen.

Die Jagd

In Namibia angekommen werden Sie in der Regel vom Jagdveranstalter, dem Farmer oder einem Beauftragten am Flughafen abgeholt. Auf der Farm werden als erstes die Zimmer bezogen, anschließend die Waffen eingeschossen. Das Einschießen wird oftmals auf eigens eingerichteten Schießständen durchgeführt – ich habe aber auch schon erlebt, dass der Farmer in etwa 100 m Entfernung ein Stück Pappe mit einem Kreis darauf aufgestellt hat und fertig.

Hartebeest
Auf der Pirsch entdeckt: Hartebeest

Sehr wichtig!
Vergessen sie nicht, Ersatzpatronen in ausreichender Menge immer am Mann zu haben: Ich habe gehört, dass Gastjäger mit 3 Patronen gestartet sind, da ja auf der Morgenpirsch „sowieso nicht viel kommen kann“. Ein Patronen-Vorrat von 60 Patronen ist in den meisten Fällen ausreichend.

Nach dem Einschießen der Waffen verschafft Ihnen der Veranstalter in der Regel einen Überblick übers Jagdgebiet und bespricht mit Ihnen die Jagd. In Namibia wird sehr oft auf kommerziellen Farmen gejagt. Das heißt, die Jagd ist nur ein Teil des Einkommens, sehr oft ist die Haupteinnahmequelle die Viehzucht. Es gibt jedoch auch „reine“ Jagd- und Wildfarmen, dort dient die Viehzucht nur zur Eigenversorgung.

Waterberg Safari
Auch Gummipirsch ist möglich

Sie entscheiden meistens über die Jagdmethode, also ob Pirsch, Ansitz oder Gummipirsch – in den meisten Fällen ist es eine Mischung aus allem.

Sie müssen sich schon vor der Jagd überlegen, was Sie mit Ihren Trophäen machen möchten. Also ob Sie nur die Gehörne möchten, Schulterpräparate oder gar Ganzpräparate – je nachdem wie Sie sich entscheiden, werden die Trophäen dann behandelt.

Die Möglichkeit, die Trophäen gleich nach der Jagd mit dem Flieger mitzunehmen, besteht leider nicht mehr. Alle Trophäen müssen von lizenzierten und EU-gelisteten Betrieben behandelt, desinfiziert und verpackt werden.

Jagdgewehr

Je nachdem auf was und wo sie jagen möchten, sollten sie Ihre Jagdwaffe wählen: Jagen Sie im Süden oder grenznahen Norden, so wählen sie weitreichende Kaliber, in diesen Gebieten sind Sie oftmals gezwungen weit zu schießen. In Zentral-Namibia ist häufig sehr viel Busch und die Schussentfernungen sind nicht ganz so weit.

Fisherspan Grasebene
In manchen Gegenden muss weit geschossen werden

Grundsätzlich gilt Kaliber ab 7 mm, harte Geschosse, und eine Jagdwaffe, die dem Schützen vertraut ist. Mit einer Waffe, die speziell für die Jagd in Afrika gekauft wurde, verhält es sich oft wie mit neuen Schuhen: sitzt nicht optimal oder ist gar zu groß.

Zu Leihwaffen gibt es auch eine Kleinigkeit zu erwähnen. Nicht immer ist eine als „gut“ beworbene Jagdwaffe nach unseren Maßstäben tatsächlich eine brauchbare Jagdwaffe. Ich habe da schon so manche Überraschung erlebt.

Nach der Jagd

Nach der Jagd oder auch vor der Jagd ist es sehr zu empfehlen, das Land kennen zu lernen. Namibia bietet eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten und wundervolle Landschaften, die sie auf keinen Fall verpassen sollten. Ihr Reiseveranstalter oder auch Farmer ist Ihnen sicherlich bei der Planung einer Tour durch das Land behilflich.

Hier beispielhaft einige beeindruckende Ausflugsziele: Etosha Nationalpark, Waterberg Plateau, Swakopmund, Sossusvlei, Kalahari.

Waterberg Plateau
Waterberg Plateau
Erongo-Gebirge
Erongo-Gebirge
Fingerklippe
Fingerklippe

Trinkgelder

Wie eingangs schon einmal kurz erwähnt, wird Trinkgeld auf den Farmen erwartet und vom Personal auch gerne angenommen. Ob Sie das persönlich oder durch den Farmer übergeben, bleibt in den meisten Fällen Ihnen überlassen, doch sollten Sie auf jeden Fall die Höhe des Trinkgeldes, und die Vorgehensweise mit dem Farmer besprechen (in Namibia sind Trinkgelder auch in ihrer Höhe noch Trinkgelder, und nicht wie in vielen afrikanischen Ländern astronomisch hoch). Allzu oft entstehen durch unüberlegtes Trinkgeld Unstimmigkeiten beim Personal, da diejenigen Angestellten, die für Zimmer, Wäsche und sonstige administrative Tätigkeiten zuständig sind, gelegentlich zu kurz kommen.

Am Rande sei noch bemerkt, dass ein kleines Extra-Trinkgeld nach der ersten Trophäe für Ihren Jagdbegleiter (Spurenleser) und für den Skinner (bearbeitet Ihre Trophäe) manchmal Wunder bewirken.

Ansonsten sind Zigaretten während der Jagd sehr beliebt.

Checkliste

  • Jagdwaffe
  • Munition ca. 60 Patronen (bei wiedergeladener Munition unbedingt Funktion prüfen)
  • Munitionstäschchen für Ersatzpatronen
  • Ersatzmagazin
  • abnehmbarer Gewehrriemen
  • Fernglas vorzugsweise 8×30, 8×42, 10×42
  • Universalwerkzeug
  • Jagdmesser
  • Fotokamera, Videokamera
  • persönliche Medikamente
  • Sonnenschutz
  • Lippenpflegestift
  • Mittel gegen Durchfall
  • Schmerztabletten
  • Sonnenbrand-Gel
  • Desinfektions-Spray
  • Pflaster
  • Dreieckstuch
  • Unterwäsche und Socken
  • zwei Jagdhosen
  • T-Shirt / Jagdhemden
  • Pullover oder Strickjacke
  • warme Jacke
  • sehr gut eingelaufene, knöchelhohe Jagdschuhe
  • Jogginghose
  • Badesachen

Auf den meisten Farmen gibt es übrigens einen gut funktionierenden Wäscheservice. Ich wünsche Ihnen einen erlebnisreichen und erholsamen Aufenthalt in Namibia und viel Waidmannsheil!

8 Antworten

  1. Sehr geehrter Herr Schneider,

    vielen Dank für die tolle Zusammenstellung ( Tippliste ) für die Afrikajagd. Sie haben alles sehr toll erlätert und es hat mir für meine Planung so mache Frage beantwortet.
    Können Sie ggf noch eine Emfehlung für Jagdfarmen oder bevorzugte Gebiete Empfehlen.
    Des Weiteren benötige ich noch eine Büchse im richtigen Kaliber. Ich möchte die Waffe jedoch nicht nur für die Afrikajagdreise benutzen sondern auch zu Hause weiternutzen. Ich bin mir mit der Kaliberauswahl nicht wirklich sicher. Ich schwanke zwischen
    300 Win mag oder 9,3 x62 hin und her.
    Vielen sagen das die 9,3×62 nicht für weite Schüsse geeignet ist. Mit welchen Entferungen ist dann zurechnen.
    Ich denke das ich 9,3x 62 auch im heimischen Revier für Schwarz- und Muffelwild weiter nutzen könnte
    und die 300 Win meistens im Schrank stehen belieben würde.
    Bejagen in Afrika würde ich gerne Oryx, Warzenschwein, Steinbock oder wenn möglich auch Krokodil.
    Es wäre schön wenn Sie mir hierzu ggf. einen Rat bzw.
    Empfehlung auf Grund Ihrer Erfahrungen als Afrikajäger und Verkäufer von Frankoniajagd zu kommen lassen würden.
    Vielen Dank für Ihre Bemühungen und Unterstützung im Voraus
    mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil
    Lars Meyer

    1. Sehr geehrter Herr Meyer,

      Ich freue mich sehr, dass ich Ihnen mit meinem Beitrag im
      Frankonia Blog weiterhelfen konnte.

      Die von Ihnen gewünschten Wildarten kommen bis auf Krokodil
      In ganz Namibia vor.
      Bevorzugtes Jagdgebiet ist hierfür Zentralnamibia,
      für das Krokodil müssten Sie in den Norden Namibias (Caprivi) reisen.
      Gerne kann ich Ihnen Jagdfarmen und Berufsjäger die ich Persönlich kenne nennen.

      Die Kaliberfrage für Afrika ist stark von der zu bejagenden Wildart abhängig.

      Die von Ihnen angegebenen Kaliber sind beide für Namibia geeignet,
      die 9,3×62 ist auch bei uns sehr gut auf stärkeres Wind einsetzbar und somit
      aus meiner Sicht die richtige Wahl.
      Gerne stehe ich Ihnen in einem Persönlichen Gespräch zur Auswahl der
      geeigneten Jagdwaffe und für weitere Fragen zur Verfügung.

      Mit freundlichen Grüßen
      Team Neu Ulm
      Dieter Schneider
      __

  2. Hallo ! Mit vergnügen habe ich ihre Zusammenfassung gelesen. SEHR interessant. Ich habe die Möglichkeit im Juni 2019 erfahrene Jäger nach Namibia zu begleiten u möchte mich so gut es geht darauf vorbereiten. Meine bevorzugte Waffe im Revier ist eine Kipplaufbüchse 7×64. Mir wurde gesagt -reicht. Hätte gern eine 2. Meinung. Angestrebt zu jagen wären Impala,Oryx, Warzenschein u Kudu.

    Vielen Dank

    1. Hallo Herr Pfister,
      das Kaliber 7×64 halte ich für Kudu und Oryx grenzwertig, ansonsten ist das Kaliber ausreichend. Besser wäre meiner Meinung nach eine Repetierbüchse im Kaliber 8×57 IS für Jagdgebiete mit überwiegend Busch und für offenes Gelände eine Repetierbüchse im Kaliber .300 Win. Mag. In Namibia kommen beide Geländeformen vor.
      Viele Grüße
      Dieter Schneider von Frankonia

  3. Hallo!
    Wie verhält es sich mit Nachtsichttechnik in Namibia? Ich meine konkret die bei uns in DL verbotenen Vorsatzgeräte, etc.
    Waidmannsheil

    S. Wagner

  4. Hallo zusammen!

    Ich möchte kurz auf die obige Post antworten:

    in Namibia benötigt man keine wirkliche Nachtsichttechnik, da dort ja am Tage gejagt wird. Auch die eventuell etwas „lichtscheuen“ Raubwildarten lassen sich sehr gut noch oder schon bei Sonnenuntergang/Sonnenaufgang bejagen; grundsätzlich benötigt die Raubwildjagd etwas mehr Zeit als eine normale Jagd auf Antilope/Zebra/Warzenschwein, Und Warzenschweine sind in Namibia nur tagaktiv! Daher sei die Frage erlaubt, was man des nächtens denn erbeuten möchte. Für Stöckelwild empfiehlt sich Nachtsichttechnik ebenfalls nicht, da muss man(n) eh dicht ran, zwinker!

    Zudem sollten wir nicht jede „Unsitte“ als Kulturgut deutscher Jagd mit ins Ausland nehmen; deutsche Jäger haben insbesondere auch in Namibia einen guten Ruf, und ein wenig Jagdethik weiterhin kann nicht schaden. Zudem sollte die Großzügigkeit der namibischen Verwaltung in Bezug auf unkomplizierte Einfuhr von Jagdwaffen (bis zu drei Stück kann der Jager mitbringen) nicht verspielt werden. Meiner Meinung nach ist eine Nachtsichttechnik in Namibia unnötig, und wer wirklich ganz speziell auch in der Nacht draußen sein möchte – es gibt herrliche Vollmondzeiten in Namibia, wobei ich die Monate Mai bis Juli besonders schätze: da ist es nachts taghell – die Allgemeine Zeitung aus Windhoek lässt sich dann auch draußen lesen.

    Ich jage sehr regelmäßig seit 1986 erst in Süd-West-Afika, seit der Unabängigkeit in Namibia – also seit 33 Jahren – und bin mit meiner deutschen Jagdausrüstung jedes Mal sehr verwöhnt worden, was das Beutemachen angeht (Fernglas Standard Zeiss 10×40, tlw 8×56; Zielfernrohr stets Zeiss 2,5-10×52 bzw. auch Hensoldt 1,5-6×36 sowie Swarowski 2,2-9×42; Büchsen divers meist 8x68S, aber auch schon mal .30-06, .243 Win. sowie immer dabei: Drilling 12/70, 9,3x74R mit Einstecklauf .22 Hornet). Die Waffen und Kaliber machen je nach Wildart und Gelände durchaus Sinn. Universell sind sicherlich 8×57 IS, .30-06; viel Wild wird auch mit der .308 win oder der .270 win gestreckt und dann und wann entdecke ich auch einmal eine .222 Rem. bei einem Farmer im Waffenschrank.

    Insofern kann man den Autor des Artikels nur bestätigen, dass der „jagdliche Schuh“ gut passen & eingelaufen sein sollte; dies gilt mithin auch für die vertraute Waffe aus dem heimischen Revier. Wer zuhause sein Rehwild beispielsweise mit der .243 win bejagt, hat damit auch ein sehr gutes Kaliber z.B. für die sehr interessante Jagd auf Springböcke oder Schakale.

    Übrigens sei angemerkt, dass die Südafrikaner gerne und auch häufig Ihre „Mauser Kal. 7×57“ in Namibia führen. Vielen erscheint dieses Kaliber zu klein, aber stimmen Wildart und Schußentfernung, dann reicht ein solcher Veteran dicke hin: vorausgesetzt, man muckt nicht und kommt mit seiner Waffe zurecht. Dazu reicht es auch, öfter mal zuhause den Schießstand zu besuchen und klassisch Fuchs liegend, Überläufer freihändig und Rehbock stehend angestrichen zu üben (mit der großkalibrigen Gebrauchswaffe versteht sich). Auch hier gilt: „Übung macht den Meister“ und evtl. gibt es auch einen schießstand in der Nähe, wo mit dem Zielstock „angestrichen“ werden darf. Dieser ist ein nützliches Utensil bei der Jagd in Namibia und dringend zu empfehlen.

    In diesem Sinne allen mit dem Afrika-Virus „infizierten“ ereignisreiche und schöne Jagdtage im Sonnenland Namibia! Allen, die bislang noch zögern, kann nur angeraten werden nicht zu fliegen (zwinker), denn dann wissen sie nicht, was ihnen in der Tat entgeht!

    Waidmannsheil!

    1. Hallo,

      ich persönlich führe eine .308 ; 9,3*62 und 9,3*64.
      Ich würde am liebsten die 9,3*64 mit nach Namibia nehmen, da ich mit dieser Schüsse von 0-500m ohne weiteres präzise anbringen kann.
      Jetzt habe ich gehört dass auf dem Flug immer wieder Munition abhanden kommt.

      Wie sieht es mit der Verfügbarkeit der 9,3*64 in Namibia aus?

      Viele Grüße,
      Christian

  5. Toller Beitrag! Eine Jagd in Namibia soll ein echtes Vergnügen sein! Vielen Dank für den Hinweis genug Ersatzpatronen dabei zu haben. Die Checkliste werde ich gerne abspeichern.

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