Prädatorenkontrolle als Instrument des Naturschutzes

Birkhahnrupfung

Viele unserer heimischen Vogelarten können heute nur noch in ausgewiesenen Schutzgebieten oder anderweitig kontrollierter Gebiete überleben. Besonders betroffen sind darunter die wiesenbrütenden Vogelarten wie Brachvogel, Kiebitz, Bekassine, Braunkehlchen und Co., die außerhalb der Wiesenbrütergebiete aufgrund der intensiven Landnutzung fast völlig verschwunden sind. Auch der dramatische Rückgang von Rebhuhn oder Fasan wird in vielen Revieren beobachtet. Nach Veröffentlichungen der Bundesregierung ist der Bestand von Kiebitzen oder Rebhühnern seit 1990 um mehr als 80 Prozent gesunken. 

Kiebitzgelege (©C.Martin/piclease)
Kiebitzgelege (©C.Martin/piclease)

Auch Singvögel wie die Feldlerche oder das Braunkehlchen sind von dem dramatischen Rückgang betroffen. Wenngleich in vielen Wiesenbrütergebieten zum Erhalt der Arten bereits zahlreiche lebensraumverbessernde Maßnahmen umgesetzt werden, ist dennoch ein Rückgang der Brutzahlen und insbesondere der Bruterfolg mit Schlupf- und Überlebensrate der Jungvögel zu verzeichnen. 

Braunkehlchen (©C.Martin/piclease)
Braunkehlchen (©C.Martin/piclease)

Ein wesentlicher Grund hierfür ist die Prädation. In unserer Kulturlandschaft sind die Bestände von Fuchs und Marder, Dachs und Wiesel wie auch der Neubürger und Zuwanderer wie Waschbär oder Marderhund stark angewachsen. Wenn wir das Überleben stark gefährdeter Arten sichern wollen, ist eine Reduktion der Prädatoren dringend angeraten. 

Waschbär (©W.Irsch/piclease)
Waschbär (©W.Irsch/piclease)

Das Birkwild-Projekt der Wildland-Stiftung Bayern in der Rhön zeigt beispielhaft, wie die Prädatorenkontrolle in einem Naturschutzgebiet zeitgerecht umgesetzt werden kann. Hier führt die Stiftung bereits seit vielen Jahren professionelle Fallenjagd im Naturschutzgebiet Lange Rhön zum Schutz des Birkwilds durch, die auch von behördlicher Seite befürwortet und unterstützt wird.

Birkhahnrupfung
Birkhahnrupfung

Methode

Das Projekt in der Rhön wird mit großem Interesse von verschiedensten Seiten verfolgt. Auf großer Fläche (rund 6.000 ha), auch außerhalb des NSG Lange Rhön, darf der Berufsjäger der Wildland-Stiftung Bayern die Fangjagd in Privatrevieren durchführen. Mit modernen Fangmeldern ausgestattete Fallen garantieren die obligatorische tägliche Kontrolle, ohne dass jede Falle einzeln besucht werden muss. Die Verwendung von Lebendfallen hält zu jeder Zeit die Möglichkeit offen, gefangenes Wild z.B. aufgrund von Schutzstatus oder Schonzeit, wieder frei zu lassen. 

Fanganlage (©U.Kay-Blum)
Fanganlage (©U.Kay-Blum)

Über eine große Anzahl von Kunstbauen, die mehrfach pro Saison kontrolliert werden, können sich die Revierinhaber samt Mitjäger sowie Bauhundeführer wirksam engagieren. Zusätzlich wird bei großen, revier- und auch länderübergreifenden Drückjagden ein besonderer Fokus auf Prädatoren sowie das Schwarzwild gelegt. Wichtig ist, dass wie in der Rhön die Prädatorenkontrolle möglichst großflächig und intensiv erfolgt, um tatsächlich die Bestände von Fuchs, Waschbär und Co. zu reduzieren.  Alternativen zur Prädatorenkontrolle wie Einzelgelegeschutz oder Zäunung von Wiesen werden vielfach erprobt. Oftmals führen sie alleine nicht zum gewünschten Erfolg. Daher ist die Entnahme von Prädatoren über die Jägerschaft besonders effektiv.  

Wo rechtlich zulässig ist auch die Bejagung von Rabenkrähen als sehr effektive Gelege- und Gesperreprädatoren ein wichtiges Instrument der Prädatorenkontrolle.

Fuchsstrecke (©S.Ott/piclease)
Fuchsstrecke (©S.Ott/piclease)
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Eine Antwort

  1. Ich kann Sie nur beglückwünschen und hoffe das Sie weiter hin soviel Erfolg bei der Hege und dem Schutz des Birkwildes und der anderen Bodenbrüter haben .
    Ich habe im Oktober 2017 den Jagdschein gemacht. Seitdem habe ich einen BG-Schein in meinem Heimatrevier .
    Als leidenschaftlicher Raubwildjäger und gelernter Tischler baue ich meine Kastenfallen selber .
    Mir Ihnen habe ich in diesem Jagdjahr eine Rekordstrecke beim Raubwild erzielt . Besonders die Waschbären habe ich fast komplett im Moment im Revier ausgerottet.
    Meine Bemühungen zeigten Sehr schnell Wirkung . Schon im Frühjahr 2018 hatten wir wieder die ersten Fasane im Revier .
    Im Moment versuche ich die Rabenkrähen langfristig zu dezimieren . In diesem Jahr haben zum ersten mal seit Jahrzehnten wieder mal die Stockenten erfolgreich gebrütet.

    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Weidmann’s Heil Karsten Sambleben

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