Wissen, wo der Hase läuft

Feldhasen (©R.Dorn/piclease)

Wir Jäger haben großes Interesse, unsere Wildbestände nachhaltig zu nutzen. Dazu ist es notwendig, die Vorkommen zu kennen und ihre Bestandsentwicklung zu verfolgen. Sie als Jägerin und Jäger kennen sich am besten in Ihren Revieren aus und wissen, welche Tierart zu finden ist. Dieses Wissen ist von unschätzbarem Wert. Wollen Sie es mit den Jagdverbänden teilen, die es in ihr jeweiliges Monitoring einfließen lassen? Dann melden Sie jetzt Referenzreviere zur Hasenzählung. Damit helfen Sie, eine wissenschaftlich fundierte und verlässliche Grundlage zu schaffen – auch für politische Verhandlungen, beispielsweise bei der Festlegung von Schonzeiten. Sie tragen dabei zum Schutz und Erhalt von Wildtierpopulationen bei. 

Feldhasen (©A.Brillen/piclease)
Feldhasen (©A.Brillen/piclease)

Die Deutschen Bundesländer kommen den gesetzlich vorgegebenen Forderungen der Landesjagdgesetze zum Erfassen der Wildbestände bereits seit dem Jahr 2000 mit dem „Wildtierinformationssystem der Länder Deutschland“ (WILD) nach. Dabei handelt es sich um die freiwillige Erfassung von Feldhasenbesätzen wie auch der flächendeckenden Erfassung vieler weiterer Arten aus den Revieren, wie beispielsweise Rebhuhn, Waschbär, Graugans oder Iltis. In Hessen kommt eine verpflichtende Erfassung der Feldhasenbesätze hinzu. Vom Bayerischen Jagdverband wird das Wildtiermonitoring Bayern seit 2009 eigenständig fortgeführt.

Waschbär (©A.Brillen/piclease)
Waschbär (©A.Brillen/piclease)
Graugans (©S.Ott/piclease)
Auch Arten wie Graugans und Waschbär werden über das „Wildtierinformationssystem der Länder Deutschland“ (WILD) flächendeckend erfasst (©S.Ott/piclease)

Verschiedene Methoden kommen zum Einsatz

Methodisch wird mit zwei unterschiedlichen Arbeitsansätzen gearbeitet:

  • Das passive Monitoring der „Flächendeckenden Einschätzung“ gibt Auskunft, ob eine Tierart in einem Gebiet, meist einer Gemeinde, gemeldet wurde. Daten werden Fragebögen über einen bestimmten Zeitraum erfasst. 
  • Über das aktive Monitoring dagegen wird die quantitative Verteilung einer Tierart in einem bestimmten Gebiet erfasst, wie zum Beispiel die Feldhasen bei der Scheinwerfertaxation. Dazu muss zuvor ein Referenzgebiet definiert werden, das im Rahmen der Scheinwerfertaxation ausgeleuchtet wird und verlässliche und vergleichbare Zählergebnisse liefert. Der Feldhase als Art des Offenlandes kann über diese standardisierte Methode bei vertretbarem Aufwand hinreichend erfasst werden. 
Scheinwerfertaxation
Hasenzählung über Scheinwerfertaxation

Allein die Streckendaten reichen nicht

Gemeldete Streckendaten können zwar wichtige Trends der Populationsentwicklung liefern, sind aber dennoch nur indirekte Weiser. Die Daten entstehen ja in Abhängigkeit der Bejagungsmethoden bzw. der Intensität der Bejagung. Daraus können keine Schlüsse gezogen werden, ob nachhaltig oder intensiv genug bejagt wurde. Aussagen über Tierarten, die ganzjährig geschont sind, entfallen dabei komplett. 

Rebhuhn (©M.Nieveler/piclease)
Wenn Wildarten freiwillig nicht mehr bejagt werden, können über die Streckenzahlen keine Rückschlüsse auf die Populationsentwicklung gezogen werden (©M.Nieveler/piclease)

Machen Sie mit!

Das Wildtiermonitoring Bayern wie auch das Wildtierinformationssystem der Länder Deutschlands leben neben einer professionellen Auswertung vor allem von einer zuverlässigen Datenerhebung in der Jägerschaft. Je höher die Beteiligung, desto höher der Aussagewert. Und natürlich ist die Zählung der Hasen jetzt vor der herbstlichen Jagdsaison sinnvoll und daher bitten wir: Machen Sie mit! 

Erst zählen, dann schießen, dann genießen!

Ansprechpartnerin des Bayerischen Jagdverbands: Regina Gerecht: regina.gerecht@jagd-bayern.de

Ansprechpartner der WILD-Länderbetreuer:https://www.jagdverband.de/content/ansprechpartner

Link zu Faszination Jagd vom BJV: https://www.jagd-bayern.de/bjv-video-hasen-in-bayern.html

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