Zecken: die sechs wichtigsten Infos

Lauernde Zecke

Die Zeckensaison ist in vollem Gange. Viele der Blutsauger haben sich ihre erste Mahlzeit in diesem Jahr schon einverleibt. Wie verhindern Sie, dass Sie selbst zum unfreiwilligen Blutspender werden?

Wir erläutern Ihnen die sechs wichtigsten Punkte:

  1. Zecken fallen nicht von den Bäumen
  2. Zeckenbiss oder Zeckenstich
  3. Zecken übertragen Krankheiten
  4. Zecken entfernen
  5. Schutz vor Zecken
  6. Lebensdauer

Zecken fallen nicht von Bäumen

Es glauben immer noch viele Menschen, dass sich Zecken von Bäumen herabfallen lassen. Das stimmt aber nicht und würde auch gar nicht funktionieren – der Wind würde ein treffgenaues Landen unmöglich machen. Außerdem erkennen Zecken ihre Opfer an deren Schweiß und Atem. Von den Baumkronen aus nicht machbar.

Stattdessen warten Zecken in hohem Gras oder an Büschen auf vorbeistreifende Tiere oder Menschen. Kommt ein potentielles Opfer vorbei, klammern sie sich blitzschnell fest, um sich dann in aller Ruhe ein geeignetes Plätzchen auf der nackten Haut auszusuchen ­– feucht und warm wird bevorzugt.

Lauernde Zecke
Die meisten Zecken lauern im hohen Gras auf vorbeilaufende Tiere oder Menschen

Der beste Schutz

Der sicherste Schutz ist lange Bekleidung, wobei der Bereich bis Kniehöhe am stärksten gefährdet ist. Damit die Blutsauger nicht unter der Hose nach oben krabbeln können, sollten die Socken über das Hosenbein gestülpt werden. Trotz sommerlicher Temperaturen bietet es sich an, dünne Gummistiefel zu tragen, speziell wenn man über Wiesen läuft. Daneben gibt es auch sogenannte Zeckenschutzbekleidung, die mit einem speziellen Wirkstoff behandelt ist, und dadurch Zecken abschreckt.

Wer lieber etwas Farbe bekommen möchte, kann auch zu Repellants greifen. Das sind Insektenschutzmittel, die auf die Haut aufgetragen werden und Zecken fernhalten. Sie müssen allerdings regelmäßig neu aufgebracht werden, um wirksam zu bleiben. Viele Menschen und Hundebesitzer bevorzugen natürliche Mittel und verwenden Kokosöl auf Haut bzw. Fell. Die darin enthaltene Laurinsäure wirkt auf Zecken abstoßend.

Familie im Wald
Das Tragen von Gummistiefeln in Verbindung mit langen Hosen bietet einen guten Schutz

Zecken übertragen Krankheiten

Die große Angst vor Zecken betrifft eigentlich nicht den Biss an sich – den spürt man nicht – sondern die fiesen Krankheiten, die dabei übertragen werden können. Allen voran die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Borreliose.

Die FSME ist eine durch Viren hervorgerufene Hirnhautentzündung, die im schlimmsten Fall sogar tödlich enden kann. Glücklicherweise gibt es  eine Schutzimpfung, die allen Menschen empfohlen wird, die in Risikogebieten leben und häufig in der Natur unterwegs sind.

Die Borreliose ist dagegen eine bakterielle Erkrankung, die Nervenlähmungen sowie Gelenk- oder Herzmuskelentzündungen hervorrufen kann. Leider gibt es keine vorbeugende Impfung und die Borreliose muss nach Erkennen erster Krankheitssymptome mit Antibiotika behandelt werden.

Borreliose Wanderroete
Ein typisches Symptom für die Borreliose ist die Wanderröte. Ausgangspunkt der sich ausbreitenden Entzündung ist die Einstichstelle.

Zeckenbiss oder Zeckenstich

Meistens wird von einem Zeckenbiss gesprochen, tatsächlich handelt es sich aber um einen Zeckenstich. Die Zecke besitzt einen Stechrüssel. Damit sie diesen leichter durch die Haut des Wirts bekommt, ritzt sie die Oberfläche mit zwei scharfen Mundwerkzeugen an. Dann bohrt sie an der so präparierten Stelle ihren Rüssel in das Opfer. Deshalb spricht man von einem Zeckenstich.

Lebensdauer

Zecken können mit einer Blutmahlzeit sehr lange auskommen. Unter Laborbedingungen überlebten die Holzböcke bis zu zehn Jahre. In freier Natur sind drei bis fünf Jahre realistisch. Selbst unter Wasser können Zecken bis zu vier Wochen überleben. Interessant ist auch, was mit Zecken in der Waschmaschine, im Trockner oder sogar im Backofen passiert.

Zeckenhaken
Mit einem Zeckenhaken lassen sich Holzböcke auch gut von Haustieren entfernen. Es gibt sie in verschiedenen Größen.

Zecken entfernen

Zwei Dinge sind beim Entfernen von Zecken besonders wichtig:

  1. Möglichst bald
  2. Nicht quetschen

Je länger die Zecke schon saugt, umso höher ist das Risiko, dass Krankheitserreger übertragen werden. Besonders die Gefahr an Borreliose zu erkranken, erhöht sich nach 12 Stunden Saugzeit noch einmal.

Ein weiterer Risikofaktor ist die Art der Entfernung. Ganz schlecht ist die Idee, die Zecke vor dem Entfernen mit einem Tropfen Klebstoff ersticken zu wollen. Dabei entleert der Holzbock seinen ganzen Darminhalt vor dem Absterben noch einmal in die Wunde. Das Gleiche passiert, wenn der Hinterleib beim Herausziehen gequetscht wird.

Am besten eignet sich deshalb eine dünne Pinzette, eine Drehbewegung ist nicht notwendig. Mit sogenannten Zeckenhaken lassen sich die Parasiten ebenfalls gut entfernen – es muss allerdings die Größe des Hakens passen, damit der Zeckenkörper nicht durch den Schlitz rutscht.

Trotz aller Sorgfalt geschieht es immer wieder, dass der Hinterkörper vom Zeckenkopf abgerissen wird und in der Haut steckenbleibt. Der Gang zum Arzt ist deshalb aber nicht gleich notwendig, der Kopf wird nach einiger Zeit von selbst abgestoßen. Nur wenn sich eine starke Entzündung oder gar eine Wanderröte bildet, sollten Sie den Arzt aufsuchen.

12 Antworten

  1. Eine sehr informative Seite, die Betroffenen mit Sicherheit weiterhilft. Denn in Bezug auf einen Zeckenbiss und einer damit verbundenen Angst vor Borreliose ist Panik nicht nötig. Und sie ist auch nicht angebracht, nur weil man in einer bestimmten Region wohnt oder sich gerne in Feld, Wald und Wiesen aufhält. Vielmehr sind es Fakten die helfen, umsichtig und richtig zu handeln. Ich habe Borreliose ebenfalls in einem Blogbeitrag thematisiert und bin sicher, dass Betroffene darin zusätzlich viele wertvolle Hinweise finden werden (https://www.wirksam-heilen.de/blog/borreliose-schiessen-sie-nicht-mit-kanonen-auf-spatzen/)

    Herzlichst Bärbel Puls – Verlag Wirksam Heilen (www.wirksam-heilen.de/blog/)

  2. Es gibt viele Hilfsmittel zur Zeckenentfernung – die meisten sind empfehlenswert. Besonders gut eigener sich jedoch eine feine Splitterpinzette mit der man die Zecke perfekt greifen kann ! Nicht alle Zuckerzangen sind wirklich empfehlenswert – die ganz groben Zangen mit denen man sogar eine Zecke quetschen kann sind zu riskant. LG – EVI

  3. Sehr informativ und gerade richtig für meinen Wanderurlaub. Denkt auch immer daran eure Vierbeiner zu schützen, damit diese auch von Zecken verschont bleiben.

  4. …und damit auch den vierbeinern geholfen werden kann, geben wir unserem hund seit jahren die blütenmischungs-globuli von animaldrops. die sind 100% natürlich, also chemie- und nebenwirkungsfrei. die wirkung auf die zecken ist derart gut, das wir nur äusserst selten einzelne zecken bei unserem weißen hund finden.
    denn auch die anderen sogenannten natürlichen mittel, die zb. ätherische öle beinhalten, sind für hund und mensch eher schädlich, halten aber kaum zecken ab.

    wir können die blütenmischungen von animaldrops wirklich empfehlen.

    1. Hallo zusammen,ich finde toll,dass Sie diese Thema einsprechen.
      Ich bin auch gebissen … irgendwie etwas länger schon Insekten oder Zecke Stich,aber ich weiß noch nicht genau was das war ?!
      Es ist rot geworden und noch größer später! Anfang habe ich Kortison Salbe verschrieben bekommen. Meine Dock hat nicht erkannt!!! Nach drei Wochen hat sich Wanderröte gebildet!!! Dan ich bin zum Arzt und er sagt Klipp und klar Borreliose 😳ich war Dan fertig sofort Antibiotika Drei Wochen lang und ach sofort Blut Abnahme! Ich habe zum Glück 🍀 negativ aber trotzdem Antibiotika weiter nehmen müssen. Ich habe davor aber zwei mal Herzrhythmusstörungen gehabt Puls auf 200 !!! Nicht zu glauben,ich habe mich unwohl gefühlt muss ich ehrlich sagen ! Irgendwie stimmte was nicht mit mir … Nachdem das Ich Antibiotika genommen habe nach eine Woche fühle ich mich schon viel Besser. Ich musste trotzdem nochmals nach die drei Wochen Blut abnehmen am 26.06.19 ( heute ) ich warte 48 Stunden was dabei rauskommt 😊ich hoffe alles gut 😊 ich habe noch früher erkannt. Leute passt auf euch alle auf 👍😊 Frankonia Danke 🙏 und Liebe Grüße
      Ines Koch – Schunke aus Münster

  5. Guter Artikel, vielen Dank dafür! Offen bleibt die Frage, was mit Zecken in Waschmaschine, Trockner oder Backofen passiert?

  6. Ich habe den Eindruck es wird von Jahr zu Jahr schlimmer mit den Zecken (die Klimaerwärmung ist in vollem Gange, es kommen mehr Arten auch nach Deutschland, die Winter sind nicht kalt genug usw usw)
    Mein Vater ist fast an Borreliose gestorben, deswegen habe ich sehr große Angst davor. Meinen Hunden und Pferden gebe ich immer Schwarzkümmelöl ins Futter und meine Beine reibe ich mir in gewissen Gebieten tatsächlich auch damit ein. Ich habe schon den Eindruck es hilft. Aber die Frage ist wie lange noch. Diverse Spot ons sind schon nicht mehr brauchbar. Die Zecken werden immun hab ich das Gefühl. Liebe Grüße Mandy

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