Unheimliche Begegnung der dritten Art:Jungjäger auf nächtlichem Streifzug
Heute möchte ich euch von einem Erlebnis berichten, das meine Frau und mich als frisch gebackene Jungjäger in den Bann der nächtlichen Jagd gezogen hat. Es war kurz nachdem wir stolz unsere Jagdscheine in den Händen hielten und voller Vorfreude auf einer unserer ersten gemeinsamen Ansitztour waren.
Es sollte ein Abend werden, der uns noch lange in Erinnerung bleiben sollte – nicht nur wegen seiner Kuriositäten, sondern auch wegen der Lehren, die wir daraus zogen.
Gemeinsam saßen wir auf einem Hochsitz an einer weitläufigen Feldfläche, die für gewöhnlich reichlich Rehwild beherbergte. Doch der Abend verstrich, die Dämmerung setzte ein, und kein Reh zeigte sich. Das letzte Büchsenlicht verblasste, und wir beschlossen, den Hochsitz zu wechseln, um auf einem anderen Hochsitz mit Kirrung bessere Chancen auf Schwarzwild zu haben.
Entschlossen verließen wir unseren bisherigen Standort und begaben uns zum nächsten Hochsitz. Bewaffnet mit Taschenlampen tasteten wir uns durch die Dunkelheit, das Licht gedimmt und abgeschirmt, um unsere Präsenz so gering wie möglich zu halten.
Meine Frau marschierte voran, ich folgte ihr mit gebührendem Abstand. Auf dem Weg zum anderen Hochsitz, vorbei an Obstbäumen und dichtem Gestrüpp, hörten wir plötzlich ein Rascheln. Im Schein der Taschenlampe konnten wir jedoch nichts erkennen – nur das Rascheln, das uns an einen flüchtenden Feldhasen erinnerte, von denen es auf dem Feld bekanntlich viele gibt. Meine Frau drehte sich zu mir um, um mich vor großen Steinen, die in unserem Weg lagen, zu warnen.
Doch dann, mitten in der Dunkelheit und nur wenige Meter hinter meiner Frau, erklang ein lautes Grunzen. Meine Frau und ich erstarrten vor Schreck, und ihr entfuhr ein lauter Schrei. In diesem Moment brach in der Dickung neben uns eine Rotte Wildschweine in die Flucht.
Statt unseres geplanten Weges zum anderen Hochsitz, kehrten wir um und eilten zurück zum Auto. Schmunzelnd sagte ich, dass die Wildschweine uns wohl als unerfahrene Jungjäger erkannt hätten und beschlossen hätten, uns einen gehörigen Schrecken einzujagen. Vielleicht dachten sie, dass wir nie wieder zurückkommen würden.
Dieses Erlebnis ist uns bis heute in bester Erinnerung geblieben, und wir können darüber herzlich lachen. Es zeigt, dass die Natur uns immer wieder mit unerwarteten Überraschungen konfrontieren kann – auch wenn es manchmal diejenigen sind, die selbst auf der Pirsch sind.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen zahlreiche spannende und unterhaltsame Jagdmomente!
