Jungwildrettung von Beginn an bis Mai 2024
Ich bin Sina B. (18), Kitzretterin des Hegering Teterow. Mit diesem Bericht möchte ich zum einen über meine Erfahrungen berichten, aber auch hauptsächlich zeigen, wie so eine Kitzrettung abläuft, bzw. wie so etwas aussehen kann. Ich möchte daduch auch weitere junge personen motivieren solch wichtige Taten auszuüben.
Es begann 2022, als sich einige aus unserem HR zusammenfunden, um eine Team für die Jungwildrettung zu bilden. Dazu gehörte auch ich. Wir begannen dann uns über die Kitzrettung zu informieren. Ein Thema war das erlangen des Drohnenführerscheins. Kurze Zeit später machte ich diesen dann auch, damit ich die Drohne fliegen kann.
Fast alle unserer Mitglieder besitzen mittlerweile den Drohnenführerschein, damit auch jeder unsere Drohne (Mavic 2 Enterprice) fliegen kann und wir nicht nur auf einen Piloten angewiesen sind. Ohne Pilot bzw. auch ohne Drohne geht nichts. Allerdings braucht der Pilot auch seine Läufer. Daher ist es sehr wichtig im Team zusammen zu arbeiten. Auch der Kontakt zu anderen Teams ist wichtig. Dies dient dem Ausstausch von Informationen und Erfahrungen. Die Teams treffen sich bei verschiedenen Veranstaltungen. Bei diesen bin ich auch zumeist dabei.
Letztes Jahr begann dann die Jungwildrettung für uns. Ich war bisher in fast jedem Einsatz dabei. Dies ist natürlich sehr anstrengend, weil ich nach der Kitzrettung am morgen zur Schule fahre und dann in der Regel über 12 Stunden auf den Beinen bin, wenn ich dann nach Hause komme. Auch bei anderen Teammitgliedern sieht der Tag so aus. Allerdings werden wir auch für unsere Leistungen belohnt. So bekamen einige Teammitglieder, einschließlich mir, im vergangenen Jahr das bronzene Hegeabzeichen. Doch die beste Belohnung sind die schönen Momente und das Gefühl etwas Gutes getan zu haben, bevor man in den üblichen Alltag startet. Der Nordkurrier berichtete auch über das Team meines Hegerings und mich, was sich wahrscheinlich wiederholen wird.
Anfangs gab es im Hegering Zweifel, ob sich der Einsatz mit der Drohne überhaupt lohnen würde. Doch diese Zweifel konnten wir beseitigen. 2023 konnten wir 95 Kitze, 4 Junghasen und ein Krachnichküken vor dem Mähtod bewahren. In diesem Jahr haben wir bisher 11 Kitze und ein Gelege retten können. Allerdings ist die diesjährige Saison noch nicht vorbei.
Es zeigt sich, dass jede Saison anders ist. Im letzten Jahr wurde später gemäht und daher waren auch viele Kitze in den Flächen. Hinzu kam das trockene Wetter, wodruch es für uns kaum Pause gab und wir fast jeden Morgen unterwegs waren. In diesem Jahr wurde sehr früh mit der Maht angefangen, als noch nicht so viele Kitze zu finden waren und durch das derzeitige Wetter gibt es auch einige Tage zwischen den Einsätzen.
Um das Jungwild zu fangen benutzen wir Kescher und Walkie Talkie. Sobald wir etwas mit dem Wärmebild findig machen konnten, laufen unsere Läufer in Richtung der Drohne. Sobald der Pilot die Läufer sieht, kann er diese mit hilfe der Walkie Talkie genau zum Kitz leiten. Das Jungwild wird mittels eines Keschers eingefangen. Dabei ist es wichtig Kescher zu verwenden, welche ringsrum einen stabilen Rahmen besitzen, damit man ihn gut auf den Boden drücken kann. Sonst können die Kitze unter den Kescher durchschlüpfen und weglaufen. Für hohes Gras eignen sich eher kleinere Kescher, da größere vom Gras hochgedrückt werden.
Nach dem einfangen des Jungwildes ist der nächste Schritt das Gras rupfen. Das wird benötigt, um beim weiteren hantieren mit dem Wild so wenig Menschengeruch, wie möglich auf das Wild zu übertragen. Es empfielt sich auch keine übermäßigen Mengen Deo oder Parfüm vor der Kitzrettung zu verwenden. Des weiteren kann man die Arme und auch den Oberkörper mit Gras einreiben. So riecht man selber nach Gräsern. Auch immer wieder die selben Handschuhe zu benutzen und diese nicht zu waschen ist eine gute Möglichkeit, da der Geruch dann an den Hanschuhen haftet. Trotzdem sollte man zum weiteren hantieren mit dem Wild Gras in der Hand haben.
Das gefundene Wild sichern wir mit verschiedenen Methoden.
Um Gelege stecken wir drei Weidepfähle. Der Landwirt weiß dann wo es sich befindet und kann drum herum fahren.
Anderes Wild sichern wir mit Wäschekörben oder Gemüsekisten. Die Wäschekörbe eignen sich gut, wenn der Landwirt um das Kitz herum mähen möchte. Man dreht den Wäschekorb einfach um und stülpt ihn über das Kitz. Dann steckt man die Weidepfähle durch die Griffe. Wenn man das Kitz rausträgt und es mit dem Wäschekorb sichert, dann kann es passieren, das die Ricke versucht es zu befreien. Dadurch wurden einige unserer Körbe auch schon in Mitleidenschaft gezogen.
Um die Kitze ausßerhalb der Fläche besser zu sichern eignen sich Gemüsekisten sehr gut. man legt das Kitz in die eine Kiste und stülpt die andere Kiste bündig drauf. Dan werden durch die Griffe wiederverwendbare Kabelbinder gezogen. In die Kisten legen wir zusätzliches Gras. und bringen diese in einen Schattigen und sicheren Platz. Die Kitze benötigen Schutz vor der Sonne und müssen auch an einem ruhigen Ort gesichert werden, damit keine anderen störenden Faktoren, wie bspw. Spaziergäünder dazu kommen. Neben die Kisten, mit dem sich darin befindene Jungwild, wird wieder ein Pfahl gesteckt. Durch die Pfähle können wir und die Landwirte die Kisten besser finden. In einigen Fällen lassen unsere Landwirte die Tiere selbst wieder raus. Ansonsten tut dies der Jagdausübungsberechtigte. Danach werden uns die Utensilien wieder gebracht oder wir holen sie ab.
Wir fliegen hauptsächlich auf den Flächen unseres Hegerings. Allerdings hatten andere Team manchmal Probleme mit ihrer Drohne und wir haben einige Aufträge übernommen. In manchen Fällen haben die anderen Hegeringe der zu den Flächen gehörenden Jagdausübungsberechtigten kein Team und dann fliegen wir auch, falls wir dies schaffen. Man darf bei der ganzen Sache nicht vergessen, dass dies freiwillig ist und man sich auch nicht übernehmen darf.
Ich bin sehr froh, dass ich totz des hohen Arbeitsaufwandes Jungwild rette. Es erfüllt mein Herz mit Freude und ich habe dadurch eine Aufgabe, um Gutes zu tun. Man sieht was man getan hat. Durch solche Arbeiten kann man vielleicht auch die Vorwürfe gegenüber uns Jäger*innen etwas minimieren. Das ist eines meiner wichtigen Ziehle. Daher poste ich auch unsere Ergebnisse von den Kitzrettungen. Zur waidgerechten Jagd gehört auch die Hege und die Jungwildrettung ist für mich ein ganz wichtiger Bestandteil der dieser. Deshalb bin ich Teil eines Jungwildrettungsteams und bin selbst auch stolz drauf, dass ich dies trotz meines jungen Altern, mache.






