0
Jagderlebnis: Mein erster Entenstrich oder Jagd ohne Hund ist Schund

Mein erster Entenstrich oder Jagd ohne Hund ist Schund

Nachdem ich im April 2018 mein grünes Abitur erfolgreich bestanden hatte konnte es also

losgehen. Als Jungjägerin ohne jagdlichen familiären Hintergrund gar nicht so einfach.

Einen Jagdhund hatte ich schon seit einigen Jahren an meiner Seite

und hatte mit ihm fleißig geübt und auch einige jagdliche Prüfungen bestritten.

Er war auch einer der Gründe für den Jagdschein, da nur mit diesem die

wichtigen Hundeprüfungen wie z.B. die Brauchbarkeitsprüfung möglich sind.

Um so mehr freute ich mich über die Einladung zu einem Entenstrich, da die Wasserarbeit

die größte Leidenschaft meines Hundes ist. Ein Retriever ist quasi im Wasser zu Hause.

Nach der ersten Freude kam die Nervosität dazu. An meinem Hund hatte ich keine Zweifel, wohl

aber machte ich mir so meine Gedanken zu den fliegenden Enten. Bis dahin waren die

Tontauben auf dem Schießstand das einzige fliegende auf das ich je geschossen hatte.

Das klappte zwar gut, aber es waren immerhin nur Tontauben.

Der besagte Abend kam und in kleiner Runde wurde kurz alles wichtige

durchgesprochen. Ich ging gemeinsam mit einem erfahren Jagdaufseher los.

Der Hund die Ruhe selbst. Wir stellten uns an und kurze Zeit später erfolgte

auch schon der Hebeschuss. Die Enten stiegen auf und wir trafen alle einwandfrei. Mir fiel

ein großer Stein vom Herzen.

Nun mussten die Hunde ran und brachten uns zuverlässig alle geschossenen Enten.

Wir fuhren zu einem weiteren Gewässer. Auch hier stellten wir uns an und

nach dem Hebeschuss stieg ein großer Schwarm Enten auf. Auch hier waren

wir erfolgreich. Ich wollte gerade den Hund ins Feld schicken, als mich der

Jagdaufseher auf eine geflügelte Ente auf den See aufmerksam machte, die

dabei war sich ans gegenüber liegende Ufer zu drücken. Mit den Worten: „Das ist

die richtige Aufgabe für deinen Hund“, forderte er mich auf den Hund zu schicken.

Die Ente hatte das gegenüberliegende Ufer schon fast erreicht. Der Hund konnte aus

seiner Position aus die Ente überhaupt nicht sehen. Also stieg ich mit ihm ein Stück die

Böschung hinab, gab ihm mit meiner Hand die Richtung vor und schickte ihn mit

einen kräftigen „Voran“ los. Er sprang ins Wasser und nahm die von mir gezeigt Richtung an.

Mittlerweile war die Ente am andern Ufer angekommen und der Hund hatte sozusagen

kein Ziel vor Augen. Mit einem weiter „Voran“ bestätigte ich ihn die Richtung weiter

anzunehmen. Auf einmal entdeckte der Hund die Ente und schwamm zügig auf diese zu.

Er packte sie und machte sich auf den Rückweg zu mir. Voller Stolz brachte er mir die

Ente . Ich nahm sie ihm ab und lobte ihn für seine tolle Arbeit. Auch der Jagdaufseher und

die anderen Mitjäger lobten den Hund für diese Leistung und auch ich war mächtig stolz auf mein Männlein. Ich war froh, dass wir diese Ente noch bekommen haben.

An einem solchen Tag zahlen sich die vielen Trainingsstunden aus, die man in die

Ausbildung unserer vierläufigen Gefährten steckt.

Es war mir eine Ehre mit diesem Hund so perfekt zusammen zu arbeiten.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Revierinhabern bedanken, die immer wieder

ihre Gewässer für die Ausbildung und Prüfung der Hunde bereitstellen.