Kitzrettung 2023
Samstagmorgen. 6.30 Uhr. Unsere Jagdgesellschaft macht sich mit unserer Drohne und den dazugehörigen Helfern auf, um die kleinen Kitze vor dem Mähtod zu bewahren.
Alles läuft nach Plan, die Drohne ist in kürze bereit und wird nun über das zu mähende Feld gesteuert. Keine 5 Minuten später und das erste Kitz wird gesichtet.
Die Drohne bleibt einige Meter über dem abzusuchenden Punkt stehen und wir machen uns mit einem Korb, sowie einem Stein auf den Weg.
Die Handschuhe habe ich bereits angezogen, dann nehme ich mir etwas Gras, um das Kitz später zu berühren.
Wir laufen weiter durch die Wiese, einige Meter davor erblicke ich das kleine Kitz. Mein erstes Kitz als Kitzretterin. Langsam gehe ich auf das Kitz zu und schaue, dass es mit dem Kopf nach vorne liegt, sodass ich es von hinten angehen kann. Mein Herz klopft und ich kann es kaum erwarten. Alles ist perfekt, alles passt und los geht’s.
Ich mache mich bereit und umgreife das Kitz mit meinen Handschuhen. Ich spüre seinen schnellen Herzschlag.
Was ein unbeschreiblich schönes Gefühl.
Ab jetzt geht alles ganz schnell. Wir bewegen uns mit dem Kitz in Richtung Waldrand, sodass wir es sicher an der Seite platzieren können. Es beginnt zu fiepen und zu strampeln.
Schnell suchen wir uns einen guten Platz aus. Ich lege das kleine Kitz behutsam unter den Korb, lasse es dann los und packe den Stein darauf. Anschließend gehen wieder zurück an unseren Startpunkt und fliegen mit der Drohne weiter das Feld ab. Kein weiteres Kitz. Also konnten wir uns aufmachen, um das nächste Feld abzusuchen.
Die Drohne startet erneut, wir machen uns bereit und schon geht es los.
Alles verläuft einwandfrei, bis die Drohne am Waldrand angekommen ist…. ein Windstoß kommt und die Drohne landete in einer von zehn Fichten. Das Problem was sich nun erwies, wo genau ist die Drohne denn nun und wie kommen wir dort heran?
Die Zeit im Rücken und noch ein großes Feld zu mähen. Es half alles nichts, die Drohne musste warten und die Kitze schnellstmöglich gerettet werden.
Nun kam unsere nächste Herausforderung. Sieben Helfer und das Feld, mit Beachtung der Zeit, viel zu groß.
Keine Mühen wurden gescheut und jeder versuchte noch ein paar Helfer, zum Durchqueren des Feldes, zu organisieren. Kurzerhand konnten wir noch neun weitere Kitzretter, inklusive unserer Schweitzer Jagdfreunde, organisieren. Nun konnten wir in einer Streife das Feld abzusuchen. Es dauerte nicht lange und das erste Kitz wurde entdeckt, gesichert und gerettet. Zwei weitere folgten im Anschluss.
So ging auch meine erste Kitzrettung als Jungjägerin zu Ende. Ein ereignisreicher Tag mit einem unbeschreiblich guten Gefühl und ganz vielen Emotionen. Ein Tag, welcher mir ewig in Erinnerung bleiben wird, mich enorm motiviert und mir wieder einmal verdeutlicht, wie wunderbar das Leben eines Jägers doch sein kann.
Denn, es ist des Jägers Ehrenschild, dass er beschützt und hegt sein Wild.
