Schon wieder ein Jahr vorbei und täglich grüßt das Murmeltier…
Der Jimny ist vollgetankt, der kleine Anhänger vollgepackt mit Kartons und die Drohne geladen. Es kann wieder losgehen: Mission - Leben retten!!
Die Kreisgruppe Bitburg-Prüm hat zusätzlich extra zwei neue Drohnen zur Kitzrettung gestiftet. Eine E-Mailadresse „kitzrettung-Eifel@web.de“ habe ich eingerichtet und eine WhatsApp Drohnen- Gruppe zur Organisation und Absprache wer wo fliegt existiert ebenfalls. Das Telefon steht nicht still, so viele Anfragen der Landwirte und alle wollen plötzlich auf einmal mähen.
Um alles unter einen Hut zu bekommen und so viele Wiesen wie möglich systematisch abzufliegen, klingelt der Wecker um 4 Uhr morgens. Die Zeit scheint stillzustehen - das Leben macht irgendwie Pause, die Familie, die beiden Jack Russel und Freunde bleiben auf der Strecke, es zählt nur eins, soviel Kitze wie möglich vor den gefährlichen Messern des Mähwerks zu retten. Begonnen habe ich am 1. Mai. In diesen 5 Wochen habe ich allein 230 Kitze gefunden. Einmal ein Dutzend auf einen Streich. Zwischendurch musste ich natürlich noch meinem eigentlichen Job nachgehen, so endete der Tag für mich meist um Mitternacht. Auch wenn es harte Wochen sind mit wenig Schlaf, dieses Gefühl wieder ein Kitz gefunden zu haben macht einem unglaublich glücklich und stolz. Beim Abfliegen einer Wiese habe ich mich über diesem doch etwas zu großen weißen Fleck auf dem Bildschirm gewundert. Ich bin auf ca. 30 m runtergegangene, habe auf Orginalbild umgestellt und da sah ich dieses vollkommene Wesen - ein Rotwildkalb, das war bis jetzt ein wahrhaftiges Highlight!! Der Bauer hat diese Wiese dann nicht gemäht, somit haben wir es in Ruhe gelassen. Auf einer anderen Wiese Nähe eines Flusses habe ich ein Gelege mit 8 Eiern gefunden wo die Stockente drauf am brüten war. Dieser Teil der Wiese wurde ebenfalls nicht gemäht.
Die Zahl der geretteten Kitze in unserer Kreisgruppe beträgt derzeit 1100 Kitze. Desweiteren wurden auch 12 Rotwildkälber, 3 Stockentengelege, etlichen Hasen, Füchse und Wildkatzen, alle sind an ihrem Limit angelangt, aber wir sind mittlerweile ein eingespieltes Team und super vernetzt, so macht diese doch anstrengende Zeit sehr viel Spaß. Da wir das alles ehrenamtlich machen freuen wir uns schon auf das Helferfest was wir uns verdient haben!
Grüße aus der Eifel
