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Jagderlebnis: BLÜHSTREIFENPROJEKT JÄGERSCHAFT LANDKREIS WOLFENBÜTTEL

BLÜHSTREIFENPROJEKT JÄGERSCHAFT LANDKREIS WOLFENBÜTTEL

von Andreas M. aus Cremlingen

Seit 2018 unterstütze ich als Obmann Naturschutz der Jägerschaft Wolfenbüttel Landwirte und Revierpächter im Landkreis Wolfenbüttel bei der Auswahl und Beschaffung von Blühflächenmischungen. Die Kosten wurden durch die Förderinitiative „Lebensraumverbund Feldflur Niedersachsen“ der Landesjägerschaft Niedersachsen getragen, ergänzt durch Eigenmittel der Jägerschaft Wolfenbüttel bzw. komplett von der Jägerschaft Wolfenbüttel übernommen.

Durch dieses Programm, welches ich betreue, konnten im Laufe der Jahre zahlreiche Landwirte und Landnutzer für dieses Projekt gewonnen werden. Wurden im Anfangsjahr 2018 im Landkreis Wolfenbüttel 40 Hektar Fläche mit Blühmischungen bestellt, so waren es 2023 rund 105 Hektar Fläche. Bestellung, Abholung und Auslieferung an die Landwirte, sowie die Beantragung der Fördermittel, habe ich im Rahmen meiner ehrenamtlichen Tätigkeit als „Full-Service-Ansatz“ übernommen. So konnte ich, parallel zu den weiteren Flächen, den Anteil an „Neukunden“ über die Jahre kontinuierlich steigern. Berichte über das von mir betreute Projekt der Jägerschaft Wolfenbüttel sind unter https://www.ljn.de/jaegerschaften/wolfenbuettel/wild-und-jagd/ag-junge-jaeger/ag-junge-jaeger zu finden. 

Die Landwirte sorgen so gemeinsam mit den Jägern des Landkreises Wolfenbüttel dafür, dass die Lebensraumqualität für Säugetierarten, Amphibien und Insekten der Feldflur deutlich verbessert wird. Das geht über das Thema Jagd weit hinaus. Es wurden Rückzugsorte, Brutbiotope, aber auch ökologische Vernetzungsstrukturen geschaffen, die nicht nur den Arten der Feldflur, sondern auch der Landwirtschaft zu Gute kommen. Solche Blühflächen und -streifen bilden natürliche Barrieren, die den Eintrag von Unkräutern in die Anbauflächen verhindern, den Schädlingsbefall reduzieren, dem Boden Zeit zur Regeneration geben und den Wasserhaushalt verbessern. 

Um die Weiterführung des Projektes auch in den kommenden Jahren zu sichern, habe ich einen Förderantrag bei der Loki-Schmidt Stiftung gestellt, die für die Curt Mast Jägermeisterstiftung als Projektträger Mittel für Naturschutzmassnahmen vergibt.

Die bisher mitarbeitenden Landwirte und Revierpächter sollen durch die weitere unentgeltliche Bereitstellung von Saatgut motiviert werden auch weiterhin das Blühflächenprojekt durch die Bereitstellung von Flächen zu unterstützen.

Aus ökologischer Sicht sind mehrjährige Blühmischungen deutlich wertvoller, denn sie bieten auch im Winter Überwinterungsplätze für Insekten sowie Nahrung und Deckung für Insekten, Vögel und Wildtiere. Ein Teil der bisher mitwirkenden Landwirte und Revierpächter haben sich für mehrjährige Mischungen entschieden. Weitere davon zu überzeugen, diese Mischungen einzusetzen, wäre ein weiteres Ziel des Projektes.

Gleichzeitig sollen die Landwirte hinsichtlich der Aussaatstrategie beraten werden. Möchte man nämlich ganz besonders effektive Insekten-Förderung betreiben, kann man die Aussaat gestaffelt mit zeitlichen Zwischenräumen durchführen. Entsprechend zeitlich versetzt wird die Mischung später auch zur Blüte kommen und den Insekten über einen längeren Zeitraum lückenlos Nahrung bieten.

Darüber hinaus ist geplant, begleitend Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, u. a. durch Platzierung von Artikeln in der regionalen Presse. Eine weitere Möglichkeit wäre, im Rahmen von Veranstaltungen der Feldinteressenten-Gemeinschaften, die in unserer Region z. B. Informationstage für interessierte Bürger anbieten, gezielt der Öffentlichkeit solche Flächen und die entsprechenden Hintergründe vorzustellen.