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Jagderlebnis: Vom Thüringer Wald ins Zillertal

Vom Thüringer Wald ins Zillertal

von Felix H. aus Ilmenau

Ich mag gar nicht zu sehr blumig schreiben, haben wir Jäger doch alle unsere Erlebnisse schon gehabt. Ein besonders schönes, war jedoch als ich überraschend wieder nach Österreich eingeladen wurde um dort in geselliger Runde auf Murmel zu waidwerken. Da ich spontan gefragt wurde, ob ich mit in das schöne Zillertal kommen würde, hatte ich mir über die Murmeljagd bis dato gar keinen großen Kopf gemacht.
Als Jäger des Thüringer Waldes besitze ich als Alltagswaffe eine Merkel RX Helix im Kaliber 30-06, um nach Möglichkeit alles vom Rehwild bis zum starken Keiler erlegen zu können. Aber eine 30-06 auf Murmel? Das ist in etwa wie mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Um das Problem jedoch zu lösen bedurfte es gar nicht viel. Man kann ja einfach den Lauf wechseln und so habe ich meine altvertraute Helix einfach in eine .243 verwandelt, welche deutlich besser geeignet ist für die Alpenjagd.

So ausgerüstet ging es dann in das Alpenpanorama mit einer geselligen Runde von 5 Jägern. Nach einem zünftigen Abendessen in einem urigen Hotel waren wir dann am nächsten Morgen bereit unsere Murmel zu erlegen. Glücklicherweise gibt es gerade in dieser Region eine Vielzahl an Murmeltieren. Das heißt Glück für den Jäger, Pech jedoch für die Almbauern, da diese eine regelrechte Plage sind. Sie unterhöhlen Hütten und hinterlassen auf den Weiden Löcher, in welche Kühe sich die Läufe brechen.
So war es also an uns etwas für die ansässigen Bauern zu tun. Bereits nah der ersten Alm waren drei von uns erfolgreich. Zwei Stunden später auch der vierte Waidgenosse. So war die Reihe zusehends an mir, doch wollte kein rechtes Murmel mehr den Bau verlassen, da unser Jagdführer wollte, das wir „Bären“ also Männchen schießen. Je wärmer es wurde, desto weniger sah man die Tiere. Gegen Mittag brachen wir also ab und wollten es gegen Abend nochmal probieren.
Da ich der einzige ohne Abschuss war, ging ich spätnachmittags mit dem Jagdführer alleine los, schade was die Jagdgenossen verpassten. Wir gingen in ein etwas abgelegeneres Tal mit herrlichem Panorama. Beim Abglasen der Fläche stellten wir fest, dass an den Hängen der gesamte Alpenzoo zu sehen ist. Eine großes Rudel Gamswild auf den einen Hang und auf den anderen ein Sprung junger Steinböcke. Ein Steinandler über uns krönte die Sichtungen.
Doch nicht nur diese herrlichen Stücke konnte ich sehen, vor mir waren auch in einiger Entfernung Murmel auszumachen. So blieb ich auf gut 150m nach kurzer Pirsch stehen und klappte meinen Schießstock auf. Ich beobachtete zunächst die kleine Truppe von 3 Bären, bis mein Pirschführer mir das Zeichen gab einen auszuwählen. Ich atmete aus und ließ fliegen. Der Murmel lag im Knall.
Er war vortrefflich getroffen, direkt zwischen den beiden Vorderpranken. So war ich wirklich froh, diese Begegnung mit meiner altbekannten Waffe haben zu dürfen, da sich mit bekannten, trotz anderem Kaliber, immer noch am besten schießen lässt.