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Jagderlebnis: Kitzrettung des Hegeringes Rhynern

Kitzrettung des Hegeringes Rhynern

von Dirk S. aus Hamm

 

Mehr als zwei Jahre ist es her, daß wir uns als Hegering dazu entschieden, für die Kitzrettung Drohnen anzuschaffen. Da ich selbst eigentlich nicht so Technikaffin bin, und es in der Kreisjägerschaft bereits eine Drohne gab, habe ich Axel angerufen und mit ihm eine eigene Grasfläche abfliegen lassen. Hierbei konnte ich mich von der Technik und den Möglichkeiten einer Drohne überzeugen. Wir haben zwar kein Kitz gefunden, beim anschließenden Mähen war auch keines drin.

Ich hatte immer noch das Bild vor mir, als wir diese Fläche, vor Jahren, mit Hund und 3 Helfern, vor der Mahd abgesucht haben und nichts fanden. Als der Landwirt mit dem Mähen fertig war, fand ich direkt ein Kitz mit vier abgemähten Läufen, was ich erlösen musste. Sowas vergisst man nicht.

Die Fördermöglichkeit von 60 % durch das BMEL erleichterte es uns, als Vorstand des Hegeringes Rhynern, uns für die Anschaffung von zwei Drohnen zu entscheiden. Vorweg haben wir die Revierinhaber der 22 Reviere abgefragt, wieviel Flächen für den Einsatz in Frage kämen: etwa 700 ha Grünland- und Mähwiesen von etwa 7700 ha Gesamtflächen.

Bei einer Investition von gut 14.000 € für 2 Mavic 2 Advanced blieb jedoch immer noch ein Eigenanteil von 5.600 € für den Hegering übrig. Bei etwa 220 Mitgliedern und 10 € Mitgliedsbeitrag/Jahr kein Pappenstiel!

Wir haben zwar immer sparsam gewirtschaftet, aber in den vergangenen Jahren haben wir auch in die Anschaffung von Fallen und Meldern für die Prädatorenbejagung schon gut 12.000 € investiert.

Da hieß es dann, bei den landwirtschaftlichen Ortsverbänden um Unterstützung zu bitten und den Jagdgenossenschaften vorzusprechen, was jeweils auch mit entsprechenden Erfolgen verbunden war. Trotz weiterer kleinerer Spenden konnten wir die Kosten noch nicht komplett decken.

Außerdem ging es nicht nur ums Geld, eine Drohne muß ja auch bewegt werden:

Also haben wir Ende März 2022 einen Info-Vormittag anberaumt, um Interessierte für die Sache zu gewinnen. Axel und ein weiterer erfahrener Drohnenpilot stellten die Drohne vor und so konnten wir spontan 8 Personen dazu animieren, den Drohnenführerschein zu machen. Auch ich hatte mich daran begeben, einen Onlinekurs zu absolvieren und die Prüfung abzulegen. Im zweiten Anlauf klappte es auch bei mir (im ersten Durchlauf fehlten 2 Punkte)! Nach Anmeldung und Versicherung der Drohnen konnte es dann Ende April direkt los gehen; erst unter Anleitung, dann wurde man mutiger und traute sich alleine zu fliegen. Recht schnell konnten wir zwischen Maulwurfhügeln und Kitzen unterscheiden, doch manchmal war frische Losung oder eine Nässstelle von Rehwild so warm, dass man dort trotzdem intensiv nachsah.

Die Drohnen werden derzeit, im Wechsel, von 7 Piloten geflogen. Wer sie braucht, meldet in unserer WhatsApp-Gruppe den Bedarf an und reserviert sich diese. Fallen an diesem Tag Flüge in weiteren Revieren an, werden diese von dem gleichen Piloten geflogen. So verteilen wir die Last auf viele Schultern und bisher gab es noch keine Beschwerden von Überbelastung.

Danken muß ich hier, nicht nur den Piloten, sondern den ebenfalls sehr engagierten Läufern und Landwirten, die uns bei der Suche tatkräftig unterstützen. Mit diesem Team, aus mittlerweile gut 25 Helfern, macht es Spaß, früh aufzustehen und das Mögliche zu tun.

Der gesamte Vorstand des Hegeringes ist selbstverständlich auch dabei, nicht nur, um zu animieren, sondern selbst mit gutem Beispiel voran zu gehen. Nur so funktioniert es auch!

Im vergangenen Jahr haben wir über 50 Kitze vor dem Mähtod bewahrt, es wurde nicht jeder Fund in der, der Drohne beiliegenden Liste, eingetragen. In diesem Jahr ist es ähnlich, wobei wir wesentlich weniger Fasanengelege fanden. Auch die Kitze scheinen in diesem Jahr mobiler zu sein, als im Vorjahr. Statistiken und Zahlen sind aber auch nicht so wichtig, wichtig ist  nur die Tatsache, dass wir so viel Tierleid verhindern können.